Wie wir auf Kontaktsammler reagieren?

Kontaktsammler bei Xing sind einer der schlimmsten Auswüchse des sozialen Business-Netzwerks. Denn diese Kontaktsammler verstehen das Netzwerken vom Grundsatz her falsch. Für sie ist netzwerken nichts weiter als das schnelle Einsammeln von möglichen Kunden. Hier steht weder eine Kundenbindung noch eine wirklich nachhaltige soziale – also zwischenmenschliche – Beziehung im Vordergrund. Sondern vielmehr der Versuch Adressen zu sammeln, um diese im Anschluss mit zu bespamen.

Zu dem sind viele Berater, die eigentlich nicht viel auf der Pfanne haben erpicht, über diesen Weg ihr Image aufzubessern. Nach dem Motto: Je mehr ich Kontakte bei Xing vorweise, desto höher ist mein Marktwert. Schließlich zeigen viele (Pseudo-)Kontakte ja, dass ich gut im Geschäft bin.

Wie kommt man zu den vielen Kontakten?

In der Regel nicht über den von Xing akzeptierten Weg. Sondern durch den Einsatz von entsprechenden Tools, die teils von einigen Kontaktsammlern sogar recht aggressiv auf dem Markt angeboten werden.

Nur diese Tools sind zum Einen nicht richtlinienkonform. Wobei ich jedoch nicht weiß, was Xing mit entsprechenden Verwendern selber anstellt. Zum anderen sollten sie von einem etwas nachdenkenden Menschen schnell erkannt werden. Hierzu einige Merkmale, dass solche Tools, die ich hier absichtlich nicht namentlich nenne, eingesetzt werden:

Der Verwender eines solchen Tools hat immer 999+ Kontakte. Diese Zahl auf natürlichem Weg zu erreichen ist zwar nicht unwahrscheinlich, aber dann müsste man auch über andere Wege von der Person schon einmal gehört haben. Ein gutes Beispiel hierfür bietet der Xing-Guru Joachim Rumohr, der nicht nur über Tausend Kontakte dank seiner Seminare, öffentlichen Auftritte und Bücher hat, sondern auch im Internet eine weite Verbreitung / Nennung aufweist. Kontaktsammler sind im Netz anderweitig kaum oder nicht vertreten.

Einige Merkmale, dass Sie es höchst wahrscheinlich mit einem Kontaktsammler zu tun haben

  • Der Anfragende ist nicht selten nicht nur nicht viel im Netz vertreten, sondern hat auch auf anderen Websites oftmals einen ganz anderen Beruf oder eine andere Tätigkeit als bei Xing angegeben (bzw. in dessen Verlauf bei Xing steht)
  • Die diversen Kontaktanfragen haben immer einen gleichen oder ähnlichen Inhalt. Es wird jedesmal behauptet, dass man sich durch die Verbindung etwas Interessantes ergeben würde (oder könnte) und dass man mit seinem „Netzwerk“ sicherlich helfen kann. Nicht nur, dass der Kontaktsammler weder weiß, was seine Kontakte wirklich so tun, auch eine für beide Seiten interessante Kommunikation kann aufgrund der vielen Kontakt nicht aufkommen.
  • Sie bekommen eine Kontaktanfrage von einer x-beliebigen Ihnen vollkommen unbekannten Person, die sich nicht einmal auf Ihrem Profil hat blicken lassen.

automatische Kontaktanfrage eines Xing-Kontaktsammlers

Eine automatisch generierte Anfrage eines Kontaktsammlers bei Xing

Bisher habe ich auf Anfrage solcher Nepper einfach und schnell reagiert: Die Anfrage kommentarlos gelöscht. Denn ich brauche keine Werbemails oder Einladungen zu zweifelhaften Webinaren, die sich dann eigentlich als nichts anderes als eine Heizdecken-Verkaufs-Kaffeefahrt entpuppen.

Jedoch, aufgrund eines Artikels des schon oben zitierten Joachim Rumohr habe ich mir mal etwas anderes überlegt. In seinem Artikel „Social Media, schön und gut – doch wo bleibt der Mensch?„, in dem er die vorgenannten Erkenntnisse zum Teil bestätigt und das Persönliche im Kotaktepflegen vermisst. Dabei weist er unter anderem auf den Xing-Slogan für die regionalen Businesstreffs hint: „Persönliches zählt – Geschäftliches ergibt sich!“ Denn trotz allem Social Media, gerade im geschäftlichen Umfeld zählt auch der persönliche Kontakt. Wenn dieser nicht sogar viel wichtiger ist, als ein unbekannter Facebook-Friend, Twitterfollower, Xing-Kontakt etc.

Zukünftig werde ich auf die automatischen Kontaktanfragen mit einer standardisierten Antwort reagieren. Wohl gemerkt eine standardisierte Antwort, keine Standardantwort! Ein Beispiel dieser Reaktion:

Sehr geehrter Herr Mustermann,

vielen Dank für Ihre Kontaktanfrage, welche Sie mir vor ein paar Tagen zugesendet haben.

Ich frage mich, welchen Grund Sie haben, mir diese zu senden. Sie schreiben zwar, dass sich vielleicht etwas Interessantes aus der Verbindung ergeben würde. Da stellt sich mir doch glatt die Fragen: Was meinen Sie hier? Was stellen Sie sich hier vor?
Auch Sie sprechen davon, dass Sie mir vielleicht mit Ihrem Netzwerk weiterhelfen können. Glauben Sie das wirklich? Und wenn, wie stellen Sie sich die Hilfe vor? Und vor allem, wie kommen Sie darauf, dass ich gerade jetzt Ihre Hilfe benötigen würde?

Um Ihnen gegenüber ehrlich zu sein: Ich glaube weder, dass aus einer Verbindung mit Ihnen für mich etwas auch nur annähernd Interessantes herauskommt, noch dass in irgendeiner Weise Ihr „Netzwerk“ von 999+ Personen mir weiterhelfen kann. Denn Sie können weder alle Personen auch nur annähernd gut genug kennen, als dass Sie hier irgendwen weiterempfehlen können, noch können Sie mit irgendjemanden auch nur annähernd ausgiebig kommunizieren, als dass man sich gegenseitig unterstützen kann.

Im Gegensatz sehe ich leider in Ihrem Fall nur einen Nutzen: Einen Nutzen für Sie, da Sie aufgrund einer Xing-Verbindung einen möglichen Kunden, auf jeden Fall Werbebotschaftsempfänger, gewonnen hätten. Schließlich hier alleine liegt der Zweck Ihrer standardisierten Nachricht, die Sie an eine große Anzahl an Mitgliedern versendet haben. An Mitglieder, deren Profilseiten Sie sehr wahrscheinlich nicht einmal gesehen (von lesen rede ich mal gar nicht), sondern deren Angaben bei „Ich suche“ oder „Ich biete“ in Ihr Beuteschema fallen und damit von Ihnen in den Suchmustern Ihres Xing-Spamming-Tools eingetragen worden sind.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen hier einige Artikel zum Netzwerken bei Xing nahelegen: http://ku-li.de/Bj1YW . Hier habe ich (und werde ich auch zukünftig) unter anderem genau über die Vorgehen einer bestimmten Gruppe XINg-Nutzer geschrieben.

Da ich keinen Wunsch nach der bald folgenden Werbung für von Ihnen angebotene Leistungen, Ihre Webinare etc. habe, werden Sie sich leider nicht zu meinen Kontakten zählen können.

Mit freundlichen Grüßen

Natürlich stellt sich da die Frage, was ich mir davon Verspreche. Schließlich verwendet man dafür ja auch Zeit. Eich wenn es ein Copy & Paste sein sollte.
Zum einen bin ich nicht der Typ, der andere gerne anschwärzt. Also zu Xing rennt und mit einem Zeigefinger auf die Person zeigt und schreit: „Schmeißt ihn raus! Er spamt! Er benutzt unerlaubte Tools!“. Denn ich weiß teilweise ja selbst nicht einmal, ob das alles, was ich in dem Netzwerk treibe, wirklich aus Sicht der Macher erlaubt ist. Und steht nicht in einem berühmten Werk geschrieben: „Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein!“?

Nein, ich hoffe die Kontaktsammler mit dieser Antwort zum Nachdenken zu bewegen. Genauso, wie ich hoffe mit diesem, wie auch den bisher veröffentlichten Artikeln, andere den Leser zu sensibilisieren. Wenn ein Kontaktsammler sich aufgrund der Mail Gedanken über sein Vorgehen macht und vielleicht mein Profil auch einmal ansieht, dann hat diese Reaktion schon etwas bewirkt!

Ob wir Erfolg haben werden, werden wir sehen. Und die Anfragen werden, wenn keine Reaktion gelöscht.

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