10 einfache Möglichkeiten zur Erhöhung der Liquidität

Liquidität ist eine der wichtigsten Elemente wirtschaftlichen Handelns. Ohne entsprechende ist es schwer, seine Rechnungen zu bezahlen. Mindestens pünktlich.

Es gibt viele Wege, zu ausreichender Liquidität. Unter anderem gehören hier verschiedenste Einsparungsmöglichkeiten, also Kostensenkungen. Diese wollen wir heute nicht betrachten, denn Sie können die Ihre Liquidität auch erhöhen, ohne an der Kostensenkungsschraube zu drehen. Hierbei gibt es auch unkonventionelle Ansätze, von denen wir schon vor einiger Zeit einen beschrieben haben.

Liquiditätserhöhung auf der Einnahmeseite

Preiserhöhungen

Um die eigene Liquidität zu verbessern ist es naheliegend, sich die Einnahmeseite anzusehen. Der schnellste Weg ist hier die Anhebung der Verkaufspreise.

Auf dem Papier stellt sich eine Erhöhung immer positiv dar. Verlangt man aktuell zum Beispiel für dein Produkt 100 EUR und setzt hierbei 1000 Stück ab, hat man einen Umsatz von 100.000 EUR. Steigt der Preis um 10% auf 110 EUR, steigt der Umsatz um 10.000 EUR. Oder? Vernachlässigt wird hierbei die Marktreaktion. Was passiert beim Mitbewerber? Was passiert beim Kunden? Abhängig vom Markt kann der Umsatz um 10.000 EUR steigen, aber der Anstieg kann auch geringer sein oder gar ausbleiben und sinken.

Wie sich der Umsatz aufgrund einer Preiserhöhung entwickelt, hängt somit von der sogenannten Marktelastiziät ab. Dieser Weg der Liquiditätssteigerung ist daher ein etwas risikoreicher und es empfehlen sich andere Lösungen, die weniger bis keinen Einfluss auf den Markt haben.

Kürzere Zahlungsziele

Liquidität hängt unter anderem davon ab, wie schnell Geld in die Kasse „gespült“ wird. Je schneller also das Geld gezahlt wird, desto höher ist die Liquidität und umso eher können Sie Ihre eigenen Rechnungen zahlen.

Rechnungen werden schneller gezahlt, wenn Sie dem Kunden lediglich kurze Zahlungsziele anbieten. Also gewähren Sie Ihren Kunden keine Zahlfristen von mehreren Wochen oder Monaten. Reduzieren Sie diese auf sofort fällige Rechnungen oder maximal 14 Tage. Das Geld ist Ihnen somit früher verfügbar

Skonti für Kunden

Wollen Sie die Kunden nicht unter Druck setzen und kurze Zahlungsziele anbieten wollen, dann locken Sie diese doch! Bieten Sie den Kunden einen Skonto an. Also einen Rabatt, wenn die Zahlung binnen einer von Ihnen gesetzte Frist erfolgt. Vorstellbar sind hier verschiedene Skonto-Angebote (z.B. x% Skonto bei Vorkasse, x% bei Zahlung innerhalb von x Tagen usw.), die logischerweise in der Preiskalkulation berücksichtigt sein müssen.

Während Skonti ein prozentualer Nachlass darstellen, können Sie auch feste Beträge, sogenannte Rabatte, festlegen und vom Zahlungszeitpunkt abhängig machen.

Konsequentes Eintreiben der Außenstände

Nicht wenigen Kunden ist es egal, welche Zahlungsziele sie anbieten. Sie zahlen einfach nicht oder nehmen sich die Freiheit, einfach eigene individuelle Zahlungsziele festzulegen.

Sie können hier einfach darauf warten, dass irgendwann das Geld kommt. Oder Sie machen es richtig und mahnen konsequent die Kunden nach Überschreitung des Zahlungsziels an.

Natürlich erhöht das zu nächst einmal nicht Ihre Liquidität. Jedoch hat dieses Vorgehen auf lange Sicht einen positiven Effekt auf wiederkehrende Käufer: Das Wissen um die drohende Mahnung und den Mahnbescheid lässt schleppende Zahler zukünftig schneller die Rechnungen bezahlen.

Nutzen von Faktoring

Beim Faktoring verkaufen Sie Ihre Forderungen an eine Bank. Sie werden zwar nicht den vollen Forderungsbetrag erhalten, dafür haben Sie das Geld sofort. Die Abschlag hängt von dem eingeräumten Zahlungsziel sowie der Ausfallwahrscheinlichkeit der Forderung ab.

Weiterer Vorteil ist hier, dass Sie sich um nichts weiter kümmern müssen. Zahlungssäumnisse treibt die Bank ein.

Liquiditätserhöhung auf der Ausgabenseite

Ausnutzen angebotener Skonti

Nicht nur Sie bieten der Kunden Skonti, sondern auch Lieferanten Ihnen. Nutzen Sie diese konsequent aus, erhöhen Sie ohne großen Aufwand Ihre Liquidität.

Warum Sie Skonti nutzen sollten, zeigen wir Ihnen anhand eines einfachen Beispiels: Wenn Ihnen ein Lieferant 3 % Skonto bei Rechnungsbegleichung innerhalb von 14 Tagen bietet bei einem Zahlungsziel von 30 Tagen, haben Sie hochgerechnet eine effektive Verzinsung von 67,50%. Eine Verzinsung die nicht selten höher liegt, als wenn Sie das Geld auf der Bank bunkern, und oft sogar schlechter ist, als die effektiven Kreditzinsen auf der Bank.

Skonti ziehen bei verspäteter Zahlung

Jetzt werden wir etwas gemein, aber in den meisten Fällen klappt es.

Wenn Ihnen ein Skonto angeboten wird, können Sie in der Regel diesen trotzdem noch einbehalten. Sie sollten nur darauf achten, dass die Zahlung 2 maximal 3 Tage nach der Frist beim Lieferanten auf dem Konto ist. In den seltesten Fällen wird der obwohl nicht mehr berechtig gezogene Skonto von Lieferanten nachgefordert.

Rechnungsprüfung

Wichtig ist neben der Nutzung der Skonti die Prüfung von Rechnungen. Nicht wenige Rechnungen sind falsch. Vor allem falsch abgerechnete Leistungen oder falsch angesetzte Preise führen zu höheren Kosten. Mit einer strikten Rechnungsprüfung und konsequenten Reklamation fehlerhafter Rechnungen sparen Sie nicht nur Kosten ein. Strittige Rechnungen müssen nicht beglichen werden, was dazu führt, dass Sie der Zahlungspflicht bis zur Berichtigung der reklamierten Verbindlichkeit ganz oder teilweise nicht nachkommen müssen.

Weitergabe von Kosten

Sie bieten den Kunden die Möglichkeit, per Kreditkarte oder Paypal etc. zu zahlen? Die Anbieter von solchen Bezahlsystemen verlangen vom Verkäufer in der Regel einen vom Umsatz abhängigen Betrag. Diese Kosten können Sie (unter Beachtung gerichtlicher Urteile) auf den Kunden umlegen. Hierbei müssen Sie diese Umlage in den AGBs ausweisen und dürfen sich nicht bereichern, also nicht mehr verlangen als die wirklichen Kosten.

Auch Versand- und Frachtkosten können Sie auf den Kunden abwälzen. Ihre Mitbewerber machen es sicherlich. Warum sollten Sie es nicht?

Desgleichen gilt für die Kosten von Retouren. Auch diese können Sie weitergeben. Jedoch sollten Sie hier hier die Mitbewerber im Auge behalten. Die Verrechnung von Retourenkosten an den Kunden kann sich auf den Absatz und somit auf den Liquidität auswirken.

Reduzierung von Lagerbeständen

Haben Sie sich schon einmal genau angesehen, wie viel Kapital sinnlos in Ihrem Lager gebunden ist. Waren, die erst irgendwann in der Zukunft benötigt werden oder irgendwann mal beschafft aber nie gebraucht wurden?

Optimieren Sie die Beschaffungsprozesse und Sie geben weniger Geld sinnlos in Lagerbestände aus. Schließlich werden gelagerte Waren auf die Dauer nicht besser oder wertvoller und je länger sie dort liegen desto eher werden sie vergessen oder z.B. aufgrund technischer Weiterentwicklungen unbrauchbar.

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