4 Phänomene in Sozialen Netzwerken

Nachdem wir uns die angeblich hohen und steigenden Zugriffszahlen aus dem Social Media angesehen haben, blicken wir jetzt mal auf die Profile selbst. Auch hier werden wir  Phänomene aufdecken, die zwar nicht auf statistische Erhebungen zurückzuführen sind, sich jedoch aus unseren gesammelten Erfahrungswerten herauskristallisieren.

Wichtig bei dieser Betrachtung ist, dass die Fans (aus Vereinfachungsgründen reden wir bezeichnen wir die Follower bei Twitter und Google+ auch so), auf „natürlichem“ Weg gewinnen. Das heißt, es handelt sich um echte Profile und nicht um gekaufte Fakes (wobei es auch Fakes gibt die einem Folgen in der Hoffnung zurückgefolgt zu werden).

Bekanntheit und Anzahl von Fans

Die Zahl der Fans geht in der Regel mit Ihrer Bekanntheit einher. Also, je bekannter Ihre Marke ist, desto eher kommen Fans freiwillig zu Ihnen. Dabei werden entweder die netzwerkinternen Suchen verwendet oder Sie haben Ihr Marketing so umgestellt, dass Sie in Prospekten, Werbeanzeigen, auf Ihrer Website etc. auf Ihr Profil verwesen und so die Kunden zum „Like“ animieren.

Egal wie, die von sich aus gekommenen Fans, sind zu Ihnen gekommen, weil Sie außerhalb der Sozialen Netzwerke schon eine bekannte Markengröße sind. Fehlt Ihnen diese Bekanntheit, auch wenn es nur eine regionale ist, haben Sie es in den Netzwerken schwer, Fans zu gewinnen. Ziel muss es daher sein, nicht nur In den Netzwerken aktiv zu sein, sondern auch die Bekanntheit außerhalb der Netzwerke auszubauen.

Je Bekannter die Marke, desto mehr Follower werden Sie finden und dauerhaft ans Profil binden.

Stoppschwellen

Interessieren Sie sich ein wenig dem Handel an den Finanzbörsen, kennen Sie diese. Wertpapiere bewegen sich in der Regel in gewissen Ranges. Dabei ziehen Finanzexperten gewisse Linien, die zeigen sollen, wo ein sinkender oder steigender Kurs die Richtung wieder ändern wird –sogenannt Stopps.

Ähnliches haben wir im Social Media auch festgestellt. Wer die entsprechende Hürde nimmt und die ersten Fans gewinnt, wird einen zügigen Anstieg feststellen. Bis man an dies nächste Hürde gelangt und diese wieder nehmen muss.

Wir haben bei Profilen mit niedrigen Fanzahlen mehrere solcher Grenzen feststellen können:

– im Bereich 10 bis 15 Fans/Follower
– im Bereich 50 bis 70 Fans/Follower
– im Bereich von ca 120 Fans/Follower
– bei etwa 250 Fans/Follower

Wir haben dabei feststellen, dass die Grenzen in den Netzwerken ähnlich sind. Es ist also egal, ob Sie Facebook, Twitter oder Google Plus betrachten.

Genauso sind diese Grenzen von den Aktivitäten auf den Netzwerken unabhängig. Der einzige Unterschied: Die Grenzen sind bei stärkeren Aktivitäten im entsprechenden Netzwerk schwächer ausgeprägt, können bei hoher Markenbekanntheit und Multichannel-Marketing sogar gänzlich verschwimmen.

Auch lässt sich feststellen, dass die Grenzen unabhängig vom Thema des Profils bestehen.

Viralität

Viralität der Post / Beiträge.

Gerade bei kleinen Followerzahlen ist ein viraler Post eher ein Glückstreffer. Sie müssen, damit dies gelingt, gleichzeitig folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • der Post muss für die Fans so interessant sein, dass diese ihn teilen (also den Nerv treffen)
  • der Post muss zum richtigen Zeitpunkt, wenn Ihre Fans online sind, veröffentlicht werden.
  • es darf nicht zu viel Störrauschen geben (also nach Möglichkeit nicht zu viele Post im Netzwerk verteilt werden.)
  • die Follower Ihrer Fans müssen Ihrer eigenen Zielgruppe entsprechen
  • die Followerzahlen Ihrer Fans müssen ausreichend groß sein

Sie sehen an den Punkten, dass gerade bei kleinen Fangemeinde ein viraler Treffer recht unwahrscheinlich ist. Denn gerade bei kleinen Fanzahlen benötigen Sie unter diesen ein paar wenige Fans mit eigener großen Followergemeinde, die zu dem noch bereit sind, Ihre Posts zu teilen. Nur diese Fans können eine ausreichende Viralität anstoßen.

Haben Sie solch Fans nicht, ist die Qualität der Post vollkommen egal. Er wird in der Informationsflut untergehen. Und das auch bei großen Followergemeinde!

Daher hört man immer wieder, dass Soziale Netzwerke im Marketing kaum Nutzen hätten. Auch unsere Zahlen bestätigen dies, wenn man lediglich das Ziel verfolgt über Soziale Netzwerke Kunden auf die eigene Website zu holen. Geht man jedoch davon aus, dass die Sozialen Medien ein Teil des Marketing-Mixes sind und die anderen Marketingmaßnahmen unterstützen, dann haben diese auch ihren Nutzen.

Viralität von Bildern und Filmen

Erstaunlich viral sind häufig visuelle Posts, wie Bilder oder Filme. Ob darauf Katzen oder Kinder abgebildet sind, ist eigentlich egal. Hauptsache, sie machen irgendetwas tollpatschiges oder schauen dämlich in die Kamera. Hieraus erkennen Sie, dass gerade bei Facebook der Funfaktor den Nutzern wichtig ist. Aber, passen solche Bilder zu einem seriösen Firmenauftritt? – Meist nicht

Bei Google+ und Twitter kommen Sie mit solchen Bildern nicht unbedingt weit. Aber auch hier sollen Bilder die Aufmerksamkeit der Follower-Gemeinde steigern. Jedoch um ehrlich zu sein:, wir haben bis heute in keinem betreuten Profil feststellen können, dass Bilder irgendetwas bewirken. Sie werden in der Flut der bunten Bildchen und Filmchen nicht unbedingt besser wahrgenommen als Posts ohne solche.

Influencer

Aus den Vorgesagten hinsichtlich der Viralität lässt sich noch ein Phänomen erkennen: der Influenzer! Per Definition handelt es sich hierbei um eine Person, die sich mit Ihrem Produkt oder Thema identifiziert und seine positive Einstellung hoffentlich an seine Freunde / Fans weiter gibt. Influencer haben in der Regel eine hohe Zahl von Anhängern, die auf das Wort dieser Person hören und ihm folgen.

Influencer sind also so etwas ähnliches wie Gurus.

Bekannte oder besser einflussreiche Beeinflusser haben eine sehr große Gemeinde. Sie posten viel. Sie geben zu ihrem Lieblingsthema Ihren Senf ab. Und – was sehr wichtig ist – Sie selbst folgen sehr vielen anderen.

Und da beginnt die Herausforderung für Sie. Zum einen müssen Sie es schaffen, sich solche Beeinflusser zu angeln, auf sich aufmerksam zu machen. Weiter müssen Sie es dann schaffen, dass er sich für Sie interessiert und zum Schluss, dass er über Sie positiv redet.

Nicht selten liest man, dass man diese Gruppe von Personen hofieren muss. Ihnen Produktproben oder Aufmerksamkeiten zu kommen lassen und ein spezielles Influencer-Marketing betreiben sollte.

Diese Gurus lassen sich jedoch nicht so einfach an einen binden. Wie es immer klingt. Sie reagieren auf Sie auch wieder nur, wenn Ihre Beiträge den Anforderungen entsprechen: Interessant und zum richtigen Zeitpunkt gepostet.

Nur leider reicht es nicht! Diese Personen folgen in der Regel nicht nur Ihnen; sie folgen vielen Profilen. Daher müssen Sie mit sehr viel „Störrauschen rechnen und gegen dieses ankommen.

Fazit

Wie Sie sehen, gibt es etliche Phänomene (und nicht nur die benannten) in den Sozialen Netzwerk, die Einfluss auf den Erfolg Ihres Profils haben können. Leider ist es gerade für klein- und mittelständische Unternehmen nicht immer einfach, gerade diese Phänomene oder deren Auswirkungen für sich zu nutzen bzw. abzuschwächen.

Die Erfolgsstory des Mitbewerbers lässt sich hier in den seltesten Fällen kopieren — auch so ein Phänomen! Sie müssen Ihren eigenen Weg finden und gehen. Und leider – das ist unsere Erkenntnis – beruht der Erfolg in den Sozialen Netzwerken sehr oft auf Zufall, wenn man kein Werbebudget zur Verfügung hat.

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