5 Merkmale, an denen Sie Kontaktsammler bei XING erkennen

Das Netzwerken nicht einfach ist und noch nie einfach war, sollte bekannt sein. Soziale Netzwerke vereinfachen dieses zwar, da man nun durch Online-Informationen schneller an Neuigkeiten herankommt, als früher, wenn man sich nur einmal im Monat am Stammtisch traf, aber ein gewisser Umfang an Arbeit steckt trotzdem in der Pfleg und dem Aufbau eines guten geeigneten Netzwerks.

So in etwa war damals auch der Gedanke von openBC, welches bekannter als XING ist. Hier sollten Menschen, ihre beruflichen Kontakte pflegen und im wahrsten Sinne das Wortes netzwerken. Also über ihre Kontakte andere Personen kennenlernen, empfohlen bekommen und anderen entsprechend empfehlen. Auch war der Gedanke, wenn sich Kollegen mal aus den Augen verlieren, weil einer die Firma verlässt, man doch auf einem aktuellen Stand bleibt, was den beruflichen Werdegang und das Expertenwissen angeht. XING war damit ein verbessertes Visitenkartenarchiv. Durch die Mitglieder gepflegt immer auf dem neuesten Stand und durch abgesetzte Informationen konnte man sich informieren, was der andere macht.

Ein Xing-Mitglied hatte einen überschaubaren Kontaktkreis. Von einigen wenigen bis zu einigen hundert Menschen, die man in der Regel kannte, aber vielleicht aus den Augen verloren hatte. Kontakte, mit denen man in einer Beziehung stand oder steht. Inzwischen gibt es solche Xing-Mitglieder immer weniger. Denn das Netzwerk wurde von einer Spezies entdeckt, die unter dem Deckmantel des Netzwerkens nichts weitere im Sinn hat, als möglichst schnell viele Kontakte zu bekommen, um diese mit Ihren Angeboten zu bombardieren. Diese Gruppe von Vertrieblern, die früher die Telefonbücher rauf- und runtertelefoniert haben oder an der Tür geklingelt haben um einem irgendwelche Abos zu verkaufen und somit Kundendaten sammelten, sind heuschreckenartig in den letzten Monaten in das Netzwerk eingefallen.

Diese „Heuschrecken“ beglücken einen mit Kontaktanfragen. Sobald man diese hat, wird man von Ihnen relativ schnell über das Xing-Status-Update mit Links auf reißerische Seiten aufmerksam gemacht, die einem in „Geschäftserfolg in 10 Minuten“ oder „Kundengewinne durch nichts machen“ verkaufen. Bekommt umgehend Einladungen zu irgendwelchen Webinaren. Und wenn es ganz schlimm kommt, wird man nach einer Kontaktbestätigung mit deren Newsletter beglückt.

Die Kunst ist es also bei einem persönlich unbekannten Kontaktanfrager herauszubekommen, ob es sich hier um einen solchen „Marketingexperten“ und Adressdatensammler handelt, der eigentlich keinen wirklichen Kontakt, sondern nur meine Mailadresse haben möchte. Wobei Kunst ist hier schon sehr hoch gegriffen. Denn solche Kontaktsammler findet man eigentlich recht schnell heraus.

Kontaktsammler haben sehr viele Kontakte

Natürlich gilt: Nicht jeder, der sehr viele Kontakte hat, ist ein Kontaktsammler. Aber hat jemand sehr viele Kontakte, dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß. Das heißt, Sie werden auf deren Profil bei Xing einen Wert von 999+ Kontakten vorfinden. Das ist eine Anzahl von Kontakten, bei denen man schwer von einem qualitativ guten Netzwerk reden kann. Stellen Sie sich mal vor, sie würden so eine Person fragen, ob sie einem einen bestimmten Handwerker empfehlen kann. Glauben Sie, sie würden einen aus dieser Masse empfohlen bekommen?

Zu dem fallen Kontaktsammler auch auf, wenn man die Anzahl der Kontakte betrachtet und in eine Beziehung zum Alter des Profils setzt. Letzteres findet man natürlich auch auf Xing. Ist das Profil recht jung, und dabei mit 999+ Xing-Mitgliedern verknüpft, geht da was nicht mit rechten Dingen zu

Kontaktsammler nutzen Standardanschreiben

Das fällt vielleicht bei dem ersten oder zweiten Kontakanfrageschreiben noch nicht auf. Aber die Anschreiben, mit denen man in deren „Netzwerk“ gelockt werden soll, weisen den gleichen Inhalt auf.

– Es wird auf eine gemeinsame Xing-Gruppe verwiesen, in der man sei.
– Es wird von möglicherweise aufzeigenden Synergien gesprochen
– Es wird gleich ein Angebot eines kostenlosen Downloads oder ähnlichem unterbreitet.

xing-netzwerk-anfrage

Eine standardisierte Kontaktanfrage, die man mit gleichem Textlaut von verschiedenen Kontaktsammlern erhält

Die Ursache hierfür ist, dass diese Kontaktsammler alle durch die Bank weg entsprechende Programme nutzen, mit denen sie automatisiert Xing-Gruppen oder Profilbesucher abgrasen und anschreiben.

Auch ich benutze ab und an Standardisierte Texte. Jedoch frage ich z.B. Profilbesucher nicht gleich nach einer Kontaktaufnahme, sondern bedanke mich für deren Profilbesuch und biete Ihnen Links zu meinen Websites an, mit dem Hinweis, hier könnten Sie sich über mich und meine Arbeit informieren. Keine Verkaufswerbung, kein „Schön, dass sie da waren, werden Sie doch mein Kontakt!“

Kontaktsammler meinen es mit der Anfrage nicht ernst

Wie, die Fragen an und meine es nicht ernst? Ja, dem ist so. Wenn Sie eine Anfrage für einen Kontakt erstellen, wann ziehen Sie diese anfrage zurück? Innerhalb weniger Tage oder lassen Sie diese längere Zeit stehen?

Kontaktsammler löschen sehr schnell ihre Anfrage. Denn Xing hat aufgrund dieses Kontaktsammelns die Anzahl der unbestätigten Kontaktanfragen begrenzt. Erreicht man diese, muss man erst einmal Kontaktanfragen löschen, bevor man neue startet. Da diese Sammler jedoch schnell viele „Kontakte“ haben wollen, wird dieses Kontingent schnell erschöpft und entsprechend schnell werden die Anfragen zurückgezogen.

Wenn Sie sich also nicht ganz so sicher sind, ob es sich bei dem Anfragenden um einen ernsthaften Kontakt handelt, warten Sie einfach etwas ab. Wenn dieser länger stehen bleibt (Achtung, Xing hat im Mai 2014 die Frist zur frühesten Rücknahme einer Anfrage auf 7 Tage gesetzt!), dann könnte es sich um eine echte und ernst gemeinte Anfrage handeln.

Kontaktsammler nutzen Kontaktparties

Auch ein interessantes Phänomen sind sogenannte Kontaktparties auf Xing. Hierbei handelt es sich um Gruppen, die Kontaktsessions durchführen. Also anmelden, an einer solchen Session mitmachen und Sie erhalten mit einem Schwung neue Kontakte. Kontakte, die Ihnen geschäftlich nichts bringen. Sie stärken ihnen aber ihr Ego: „Ich bin mit so und so vielen bei Xing verknüpft!“

Hier ist es ein leichtes, aufgrund einer solchen Kontaktparty ein das „Netzwerk eines solchen Sammlers zu geraten. Denn alle die da mit machen, sind eigentlich nichts anderes!

Kontaktsammler beglücken einen mit Angeboten zu Webinaren, Seminaren, Produkten etc.

Sobald man im Kreis der Kontaktsammler-Kontakte steckt, wird man mit Einladungen zu kostenlosen Webinaren (früher sagte man dazu Online-Seminar) oder „Wie werde ich reich in 2 Tagen“-eBooks bombardiert. Denn diese Sammler sind Spezialisten im Timeline-Beposten und Webinar-Termin-Verteilen.

Die Webinare sind nichts weiter als Verkaufsveranstaltungen, in denen Sie von einem mehr oder weniger gut psychologisch geschulten Menschen ein paar Brotkrumen an Ihnen eigentlich bekannten (möglichst Internet- und Social Media-) Weisheiten hingeworfen bekommen. Gleiches gilt hierbei den eBooks, welche sie jedoch zu dem nur bekommen, wenn Sie sich in deren Newsletter eintragen und damit auch noch Ihr Mailpostfach dem Bombardement an Werbung dieser Vertriebsmenschen freigeben.

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