Facebook wird für kleinere Unternehmen immer uninteressanter

Facebook ist als Soziales Netzwerk für Unternehmen sehr interessant. Schließlich war dieses Netzwerk das erste wirklich soziale Netzwerk, in dem man sich als Unternehmen gut präsenteoren konnte. Und was viel wichtiger war und ist: Unternehmen bei Facebook sind da, wo ihre potentiellen Kunden sind. Folglich präsentierten sich dort zunächst die multinationalen Konzerne, dann die nationalen und schließlich die regionalen mittelständischen Betriebe vom Einzelhändler über den Bäcker um die Ecke bis zum Handwerker.

Vorteil, wie schon an verschiedenen Stellen hier erwähnt an Facebook war und ist, wie bei anderen Netzwerken auch, dass man neben der Nähe zum Kunden auch äußerst günstig Marketing betreiben kann. An sich zu fast Null Kosten. Durch den Aufbau des Netzwerkes legt man dazu nichts weiter als eine entsprechende Fanpage an und sorgt nun durch entsprechenden Inhalt sowie Ansprache seiner Kunden (Hinweise in der Ladentheke, Facebooklogo auf in Flyern, Newslettern etc.) diese zu Fans der Page zu gewinnen. Durch diese und die entsprechenden Postings verteilt man seine Botschaft über das Netzwerk an seine Kunden und deren Freunde, gewinnt neue Fans und erweitert so seine Werbereichweite.

Dabei hat Facebook bisher die Unternehmensseiten nicht groß anders behandelt als die persönlichen Profile. Ein Posting wurde in der Timeline gut platziert. Jedoch änderte sich das langsam. Facerbook hat zunächst versucht, in den Timelines persönlicher Profile (also bei den Fans) die Postings von Seiten unterschiedlich zu priorisieren. So wurden Aktualisierungen von Fanpages nur dann angezeigt oder gut unter den ersten Einträgen der Timeline angezeigt, wenn der Fan mit der Seite interagierte. Nach dem Motto: Je mehr Interaktionen durch den Fan, desto wichtiger ist die Fanpage für diesen.

Dieses Vorgehen hat für kleinere und kleinere mittelständische Unternehmen die Folge, dass sie nicht mehr wirklich wahrgenommen werden. Denn zum einen sind die Fanzahlen eh ziemlich gering, zum anderen ist es recht unwahrscheinlich, dass diese im Vergleich zu multinationale Unternehmen schwerlich ausreichende Anzahl von Interaktionen je Posting generieren können, um dieses in a) die Timelines der eigenen Fans zu drücken und b) die Fans zur Interaktion zu bewegen. Somit verschwinden langsam aber sicher diese Unternehmensseiten aus der Timeline und damit auch aus dem Blickfeld der Kunden.

Gegensteuern kann das Unternehmen hier nur durch bezahlte Werbung. Werbung schalten und damit Interaktionen generieren. Durch die Werbung also zunächst künstlich Reichweite erzeugen, in der Hoffnung, dass Fans und Interkationen hängenbleiben und damit weitere Reichweite erzeugt wird. Durch diesen Weg hat Facebook dafür gesorgt, dass gerade kleinere Unternehmen sich Gedanken über ein Werbeetat machen müssen. Ein Etat, welches diese Unternehmen in der Regel nicht haben. Jedoch benötigen, um gegen die große Konkurrenz zu bestehen.

Nachdem die Postings herabgestuft wurden und bei den eigenen Fans nur dann prominent angezeigt wurden, wenn diese Fans auf der Seite interagieren und wenn das Posting viele Interaktionen aufweist, wurde nun auch noch generell die Unternehmensseite an sich abgewertet. Denn diese Regel hinsichtlich der Postings gilt auch für die Mitteilungen der eigenen Freunde. Diese werden nun höher bewertet als die News von den Fanpages.

Durch die Abwertung der Fanpages gegenüber den eigenen Freunden wird es für den Mittelstand noch schwerer, ohne den Einsatz von Werbegeldern seine Fans zu erreichen. Gleiches gilt natürlich auch für die Großkonzerne, jedoch haben die bekanntlich ein entsprechendes Werbeetat, welches sie entsprechend je nach Bedarf in unterschiedliche Werbekanäle umleiten müssen.

Dieser Effekt, dass bei jedem persönlichen Profil erst die Postings und dann die Fanpages angezeigt werden, führt inzwischen auch zu Reichweitenverlusten der multinationalen Konzerne. Nur, dass diese durch Maßnahmen und Geld gegensteuern können.

Als kleines und mittelständisches Unternehmen ist aufgrund der Änderungen in den letzten Monaten zu überlegen, wie wichtig einem das Soziale Netzwerk Facebook ist und in wie weit man bereit ist, seine Postings unter Kapitalaufwand zu pushen. Somit wird Facebook für kleinere Unternehmen immer uninteressanter.

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