Skonto nutzen und per Kredit bezahlen?

Skonti werden von Lieferanten dazu verwendet, Ihre Kunden zur schnellen Begleichung Ihrer Rechnungen zu animieren. Hierfür wird für einen kurzen Zeitraum innerhalb der gesetzten Zahlungsfrist ein prozentualer Nachlass auf die Rechnungssumme gewährt. Das Ziehen eines solchen Skontos ist für den Schuldner / Kunden immer sinnvoll, da der effektive Zins höher ist, als der Prozentsatz des Skontos erscheinen lässt.

Der effektive Zinssatz bei Gewährung eines Skontos errechnet sich folgend:

Beispiel: Sollte Ihnen bei einer Zahlungsfrist von 30 Tagen ein Skonto von 2,5 % gewährt werden, wenn Sie binnen von 7 Tagen die Rechnung bezahlen, ergibt sich gemäß der Formel ein effektiver Skontosatz von 39,13% (= 2,5% * 360 / (30-7)).

Sie müssen beim Skonto bedenken, dass es sich hierbei nicht um ein Entgegenkommen des Lieferanten handelt, der Ihr schnelles Bezahlen belohnen will. Vielmehr handelt es sich um einen versteckten Kredit Ihres Lieferanten. Die eigentlichen Verkaufspreise liegen nämlich um den Skontobetrag unter dem ausgewiesenen Rechnungsbetrag.

Was aber machen, wenn man das Geld zur Nutzung des Skontos eigentlich nicht hat? Sollte man dann nicht auf den Skonto verzichten und später zahlen?

Sollte Ihnen das Geld fehlen, dann ist es sinnvoll den effektiven Skontosatz mit den Effektivzinsen eines Kredites zu vergleichen. Sie wählen hier also letztendlich durch einen Vergleich aus, bei welchem Kreditgeber – Lieferant oder Bank — Sie diesen einholen. Liegt der effektive Zinssatz der Bank über dem effektiven des Lieferanten, dann ist es sinnvoll, auf den Skonto zu verzichten. Aber nur dann. Ansonsten sollten Sie, wenn möglich lieber einen Kredit bei der Bank aufnehmen.

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Über Andreas Behling

Dipl.-Kfm. Andreas Behling studierte in Berlin an der Freien Universität Berlin Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing und Produktionswirtschaft. Schon in den 1990er Jahren beschäftigte er sich mit dem Internet, erstellte Websites und sammelte Erfahrungen in Bereich der Online-Werbung. Nach dem Studium war er mit dem Online-Marketingcontrolling eines großen Versandhauses, später mit dem Risikomanagement (interne Revision, Controlling) des stationären Handels und einem mittelständischen deutschlandweit tätigen Handwerksbetrieb betraut. Zu dem hat er Erfahrungen im Direktvertrieb sowie dem Personalmanagement gesammelt.

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