Ein Plädoyer für die Sklaverei

Sklaverei wird als eine inhumane Gesellschafts-, Wirtschafts- und Staatsform verteufelt. Dabei sehen die humanistischen Gesellschaften vor allem die Freiheit des Menschen und selbstständige Entfalltung und die Möglichkeit selbst zu entscheiden was man tun und lassen vorrangig eingeschränkt. Aber ist das so? Ist unsere Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung so viel besser als eine Volkswirtschaft, die auf Sklaverei basiert?

Vorab: Natürlich wollen wir hier nicht die Sklaverei wieder einführen. Wir wollen mit diesem Artikel Sie als Arbeitgeber vor Augenführen, dass Sie an sich eine soziale Verantwortung tragen. Eine Verantwortung, die man an die Gemeinschaft abgewälzt hat.

Unternehmerisches Ziel

Egal in welcher Gesellschaftsform man lebt. In unserer mit bezahlten Arbeitskräften oder mit Sklaven. Als Unternehmer hat man ein Ziel: Seinen Gewinn möglichst zu maximieren. Dies geht zum einen dadurch, dass man die Umsätze, besser die Gewinne, steigert oder die Kosten drückt. Gerade letzteres hat man durch die Abschaffung der Sklaverei, des Frohndienstes, der Leibeigenschaft etc. erfolgreich geschafft. Denn für den einzelnen Unternehmer sind die Kosten erheblich gesunken.

Zu dem hat man durch die Abschaffung dieser System seine eigenen Gewinne gesteigert: Durch die Entlohung der Arbeitskräfte wurde die bestehende Nachfrage nach Gütern auf viele Schultern verteilt und damit künstlich scheinbar erhöht. Mehr (scheinbare) Nachfrage bedeutet ja bekanntlich höhere Preise für die Waren.

Warum Sklaven besser leben

Durch die Abschaffung der Sklaverei wurde jede Arbeitskraft selbst dafür verantwortlich, dass sie im Leben mit dem was sie hat und als Lohn bekommt über die Runden kommt. Jeder muss sich selbst um Essen, Kleidung und ein Dach über den Kopf kümmern. Um nur die Grundbedürfnisse zu nennen. Diese Bedürfnisse muss jeder selbst mit dem verfügbaren Geld bezahlen. Dabei machen sich nicht wenige täglich Gedanken, wie sie diese finanzieren sollen.

Sklaven sind hier frei von solchen Sorgen! Ihr Arbeitgeber stellt Ihnen das Dach über den Kopf. Er gibt ihnen Kleidung. Er gibt ihnen Essen. Wenn er das nicht täte, würden seine Arbeitskräfte zu Grunde gehen. Sie würden nichts mehr produzieren. Er würde keine Waren um Verkauf mehr anbieten können und somit keinen Gewinn erzielen.

Es ist liegt also eine Win-Win-Situation vor: Der Sklave muss sich nicht darum kümmern, wo er schlafen soll, was es zu essen gibt, was er anziehen soll. Dafür steht seine Arbeitskraft dem Sklavenhalter zur Verfügung. Dieser entscheidet dann selbst, wie er die Arbeitskraft einsetzt5

Auch in der heutigen Volkswirtschaft gibt es Sklaverei

Diese Win-Win-Situation ist durch die die Abschaffung der Sklaverei aus gehebelt. Derjenige, der eine Arbeit nachgehen will (oder muss) bekommt dafür Geld. Mit dem muss er seine Bedürfnisse befriedigen. Der Arbeitgeber zahlt einen Lohn, den – auch wenn man immer davon redet, dass dieser zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt wird – dieser festlegt. Ein Aushandeln, wenn überhaupt möglich, erfolgt hier nur in einem gewissen eng begrenzten Rahmen, den der Arbeitgeber festlegt.

Der Arbeitnehmer verkauft sich dem Arbeitgeber. Er liefert sich auf Gedeih und Verderb dem Arbeitgeber aus.

Auch wenn wir davon nicht mehr reden. Diverse Gesetze, haben die das Arbeitsleben verbessern (sollen). Genau genommen besteht die Sklaverei auch heute noch. Dabei reden wir nicht von irgendwelchen ausgebeuteten ausländischen Lohnarbeitern, die in Baracken der Arbeitgeber hausen und saisonal Arbeiten auf Feldern oder Baustellen verrichten. Auch reden wir nicht von Brummi-Fahrern oder den Dienstleistern im ältesten Gewerbe der Welt. Wir reden hier von jeder berufstätigen Arbeitskraft, Also von Arbeitnehmern, Freelancern und kleinen Dienstleistern. Sie alle befinden sich in einer Abhängigkeit zu Ihren Arbeitgebern und damit in einer Art Lohnsklaverei.

Natürlich ist „Lohnsklaverei“ etwas in diesem Zusammenhang ein starker Begriff. Zumal dieser ein wenig anders definiert wird:

Als Lohnsklaverei werden degenerierte bzw. atavistische Arbeitsverhältnisse bezeichnet, wie sie unter frühkapitalistischen Produktionsverhältnissen in den Industriestaaten bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts üblich waren und auch heute noch auf der Welt vorkommen.

Lohnsklaverei ist gekennzeichnet durch weitgehende Rechtlosigkeit der Arbeitnehmer gegenüber der willkürlichen Ausbeutung durch die über alle Macht verfügenden Arbeitgeber. Ein Indikator für Lohnsklaverei ist u. a. die Höhe des Arbeitsentgelts, das bei vollständiger Verausgabung der Arbeitskraft nur ein Leben am Rande des Existenzminimums ermöglicht. Typisch ist auch, dass Arbeitnehmer in der Lohnsklaverei ihren Arbeitslohn teilweise oder sogar gänzlich in Form von Naturalien erhalten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lohnsklaverei

Jedoch ist diese starke Abhängigkeit genau genommen nichts anderes.

Gewinner Arbeitgeber, Verlierer Arbeitnehmer

Wir haben schon angesprochen, dass die Win-Win-Situation der echten Sklaverei mit durch die entlohnte Arbeit ausgehebelt worden ist.

Dies liegt dran dass der Arbeitgeber seine Fürsorgepflichten gegenüber seinen Arbeitskräften erfolgreich auf diese und zum Teil auf den Staat abgewälzt hat. Als Sklavenhalter musste er sich um die Erfüllung der Grundbedürfnisse kümmern. Er stellte seinen Leuten Wohnraum, Kleidung und Essen zur Verfügung. Er kümmerte sich – wenigstens in einem gewissen Rahmen — um die Gesundheit seiner Sklaven. Denn auch er wusste, dass nur gesunde Arbeitskräfte produktiv sind. Er kümmerte sich um das Gnadenbrot der Alten.

Rundum war er ein sozialer Arbeitgeber; der Theorie nach.

Mit dem Wechsel in zum Lohnarbeitnehmer wechselte die Verantwortung: Jetzt muss sich der Arbeitnehmer um seine Nahrung, seine Wohnung, seine Kleidung selbst kümmern. Ist er krank, muss er sich selbst darum kümmern, dass r wieder gesund wird. Alles aus seiner eigenen Tasche.

Braucht man ihn nicht mehr, kündigt man ihn und wie er dann über die Runden kommt, ist sein Problem. Ein Sklavenhalter hätte ihn an einen anderen verkauft. Die versklavte Arbeitskraft brauchte sin keine Gedanken machen, wie man das nächste Essen auf den Tisch kommt.

Jetzt können Sie sagen, dass ist doch bei uns nicht so. Und Sie haben Recht. Aber das liegt nur daran, weil der einstige Sklavenhalter es erfolgreich geschafft hat, den Staat mit ins Boot zu holen. Denn der Staat hat die soziale Verantwortung des Arbeitgebers übernommen: gesetzliche Rente, gesetzliche Krankenversicherung, gesetzliche Pflege, Arbeitslosenversicherung und und und. Alles Leistungen, die ein Sklavenhalter auf eigene Kosten zu 100% aus der eigenen Tasche zahlen musste. Der heutige Arbeitgeber zahlt verglichen dazu nur noch einen Bruchteil. Auch wenn etliche über die Lohnnebenkosten klagen. Sie haben es geschafft, ihre sozialen Verpflichtungen auf andere, nämlich den Staat und die Arbeitskräfte, abzuwälzen.

Arbeitgeber sind daher die deutlichen Gewinner einer Volkswirtschaft, die auf entlohnte Arbeit beruht.

Wo es Gewinner gibt, gibt es logischerweise auch Verlierer. Und das sind die Arbeitskräfte. Denn sie müssen sich um ihren Lebensunterhalt selbst kümmern. Sie müssen – was von einem Sklaven nie verlangt wurde und werden wird – von dem schwer verdienten Geld den Staatshaushalt mit finanzieren. Von ihnen wird verlangt, fürs Rentenalter zurückzulegen, medizinische Leistungen selbst zu bezahlen (oder sich zusätzlich zu versichern)
Alles aufgegeben, nur für den Vorteil, sich den Arbeitgeber selbst aussuchen zu können.

Werden Sie wieder zu einem „Sklavenhalter“

Können Sie sich noch erinnern, wie vor einigen Jahren die Wirtschaft gejubelt hat, als man die Lohnnebenkosten gesenkt hatte? Ein paar Punkte hinterm Komma mussten die Arbeitgeber weniger zahlen. Dafür hat man diese den Arbeitnehmern draufgeschlagen

Können Sie sich noch an den Aufschrei erinnern, der durch die Reihen der Arbeitgeber ging, als man eine betriebliche Altersvorsorge einführte? Dabei ist das einzige, was den Arbeitgeber wirklich trifft, das Wort „betriebliche“ und den damit verbundenen (bürokratischen) Aufwand. Einzahlen tu die Arbeitnehmer in diese Altersvorsorge. Nutzen hat davon u.a. der Arbeitgeber, da er weniger Arbeitgeberanteil an die Sozialversicherungen abführen muss.

Werden Sie wieder zum Sklavenhalter! Aus sozialen Gesichtsunkten. Kümmern Sie sich stärker um ihre Arbeitskräfte. Es gibt vielfältige Möglichkeiten eines innerbetrieblichen sozialen Engagements: Kindergarten/Krippen-Zuschüssen, Sport (Betriebssportgruppen), Fitnessraum, gesunde günstiger Firmenkantine, echte betrieblich Altersvorsorge, betriebliche Versicherungen für die Arbeitnehmer (z.B. betriebliche Unfall oder Krankenversicherung), Firmenwohnungen, Betriebsarzt usw.

Klar, vieles ist zunächst einmal ein Kostenfaktor. Oder organisatorisch für viele Unternehmen nicht zu stemmen. Jedoch sind etliche Sozialleistungen einfacher und effektiver umzusetzen, als es auf dem ersten Blick erscheint.
Auf lange Sicht wird es sich für Sie rentieren: zufriedenere Arbeitnehmer, gesündere Arbeitnehmer…

Reden Sie nicht nur davon, dass alle eine große Familie seinen, sondern zeigen Sie es, dass Sie die Arbeitskräfte wie Familienmitglieder sehen. Nicht bevormunden und bemuttern, aber, ähnlich der Eltern zu Ihren Kindern, unterstützen, helfen…

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