Folgen der Wunderheiler-Mentalität bei Angeboten zum Sprachelernen — die Bilanz

Meine Artikelserie „Zahlen und Fakten zum Sprachenlernen“ beschäftigt sich mit Fragen rund um das Lernen von Fremdsprachen:

  1. Was sagt „verhandlungssichere“ Sprachkompetenz wirklich aus?
  2. Wie kann man sprachliche Kompetenz messen?
  3. Wie lange braucht man um eine neue Sprache zu meistern?
  4. Wie lernt man eine Fremdsprache am besten? Was klappt? Und was ist Hokuspokus?
  5. Was sind die realistischen Kosten?
  6. Bilanz

Mithilfe aktueller Ergebnisse aus Studien und Forschung, sowie meinen persönlichen Erfahrungen aus über 21 Jahren Führung der „Englisch nach Maß GmbH“ möchte ich diese Themen veranschaulichen, Fragen beantworten und eine sachliche Erwartungshaltung für das Lernen von Fremdsprachen schaffen.

Fazit

Wunderheiler gab es immer. Quacksalber, einfache Lösungen für komplexe Sachverhalte anboten. Die eine „Arznei“ feilhielten die alle Krankheiten heilen würde.

Genauso illusorisch wie die Behauptung, dass ein „Wunderelixier“ jede Gebrechlichkeit zu heilen vermag, sind die verschiedenen Wundermethoden unseriöser Dienstleister.

Anzunehmen, dass man eine Fremdsprache „blitzschnell“, „kinderleicht“, „im Schlaf“ und am besten noch „kostenlos“ lernen kann, ist weltfremd. Absoluter Selbstbetrug.

Mir unverständlich ist die trotzdem weit verbreitete Akzeptanz dieser Art unrealistischer Versprechen. Ebenso wie die Erwartung, für „wenig Geld“ ausgezeichnetes Sprachtraining zu bekommen. Training, das selbstverständlich von hochqualifizierten, erfahrenen, möglichst noch diplomierten, Sprachtrainern mit muttersprachlichen Kompetenzen durchgeführt wird – am liebsten natürlich GESCHENKT.

Unternehmen beauftragen (und bezahlen) Sprachtrainings für ihre Mitarbeiter oft jahrelang, bis sie merken, dass die zugesicherten Fortschritte fehlen. Fällt das ungenügende Training endlich auf, ist der Betrieb oft vertraglich an den Dienstleister gebunden. Inklusive beträchtlicher Stundenkontingente und langen vertraglichen Bindungen.

So wird aus „günstigem“, sprich „billigem“ Sprachtraining ein teures Vergnügen, denn dieses Geld wird buchstäblich auf die Straße geworfen.

Der wirkliche Preis dieser „günstigen“ Sprachtrainings? Vertane Zeit und verschwendetes Geld!

Kunden die an Wunder glauben und auf Augenwischerei hereinfallen, erhalten genau das wofür sie bezahlen, nämlich schlechte Arbeit. Mangelhafte Leistung.

Sprachen erlernt man nicht durch geheimnisvolle Verfahren oder wundersame Eingebung. Genauso wenig funktioniert das Sprachenlernen „blitzschnell im Schlaf“. Und auf keinen Fall lernt man Sprachen von als Sprachtrainern verkleideten Hilfsarbeitern.

Um eine Sprache zu erlernen ist Folgendes erforderlich:

  • fachgerechte Unterstützung (Trainer mit guter Ausbildung und Fachkompetenz)
  • adäquate Honorare (bei „billig“ bekommt man unweigerlich „Hilfsarbeiter“)
  • Arbeit („Mühelos““Lernen im Schlaf“ ist ein schöner Traum)
  • Zeit, i.d.R. Jahre („blitzschnell“ ist eine Illusion)

Alles andere ist Augenwischerei.

Quellen:

http://linguistlist.org/ask-ling/lang-acq.cfm, Pecchi, Jean Stillwell. 1994.
Child Language. London: Routedge, Bongaerts, T. (2005).
Introduction: Ultimate attainment and the critical period hypothesis for second language acquisition. International Review of Applied Linguistics in Language Teaching, pushtolearn.com, Eaton, S. E. (2012).
How will Alberta’s second language students ever achieve proficiency? ACTFL Proficiency Guidelines, the CEFR and the “10,000-hour rule” in relation to the Alberta K-12 language-learning context. Notos, 12(2), 2-12, www.state.gov/m/fsi/sls/c78549

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