Die Wahrheit über Website Push Notifications

Die neueste Mode auf die irgendwie alle aufspringen sind Push Notifications von Websites. Egal welche Site man aufruft, wie bekannt diese ist, im Browser ploppt ein kleines Fenster auf, dass einen darauf hinweist, dass die Website einem Nachrichten senden möchte.

Nachrichten senden bedeutet: beim mobilen Gerät (Smartphone, Tablet etc.) werden auf dem Ruhebildschirm Informationen angezeigt. Während das bei neuen Geräten standardmäßig Meldungen des Systems sind wie „x Apps wurde aktualisiert“, „App-Aktualisierungen warten auf Genehmigung“ etc., wird man schon nach Installation z.B. der Twitter-App oder WhatsApp schnell mit solchen Infofenstern bombardiert. Bisher machten solche Meldungen lediglich Apps, nun können das auch Websites!

Was sind Website Push Notifications?

Wie schon einleitend gesagt, sind diese Meldungen schon aus den Mobilen Apps oder von iOs- und Android-Geräten bekannt, wenn Sie dem Nutzer Aufforderungen zu Interaktionen senden. Wie hat: Nutzer, Bestätige doch endlich, dass ich die App aktualisieren darf. Einziger Unterschied: Die Meldung wird nun nicht mehr vom Betriebssystem oder oder aus irgendeinem Progamm heraus gesandt, sondern von der Website.

Anand Kansal beschreibt im VWO-Blog die Push Notifications prägnant

Website push notifications are clickable messages sent by a website to their subscribers‘ browsers. They work similar to mobile app push notifications (notifications sent by a mobile app which land in your notification tray) except that they work on websites instead of apps and can be accessed on all devices (desktop, mobile, tablet, etc).

Also im Prinzip nichts Neues, lediglich eine andere Herkunftsquelle. Durch die Nachricht will man nichts anderes Erreichen, als dass der Empfänger auf etwas (eine Leistung, ein Angebot etc.) vom Sender (dem Unternehmen hinter der Website) aufmerksamgemacht wird und sich daraus eine Handlung ableitet. Hierbei muss der Empfänger dazu ermutigt werden, die Nachricht anzudrücken. Das führt ihn dann wiederum auf die Website und die in der Nachricht beworbene Leistung.

Folglich handelt es sich hier um ein weiteres Marketingtool.

Braucht man die Website Push Notifications?

Wie gesagt, es ist – oder scheint – derzeit absolut Mode zu sein, die Website mit einer solchen Nutzer-Interaktionsmöglichkeit auszustatten. Gefühlt will jede Website einen zukünftig mit solchen Infos versorgen. Einen Nutzen, für den Verkäufer (Websitebetreiber) und den potentiellen Kunden (Nachrichtenempfänger) kann man auf den ersten Blick erkennen. Auf den zweiten ist er eher zweifelhaft und schnell verflogen.

Push-Nachrichten sind genau genommen nichts Neues: Egal, ob man die Werbebotschaften auf Banner betrachtet oder Newsletter nimmt. Auch die Kommunikation in Sozialen Medien, die Filmchen bei Youtube oder schöne Fotos oder Grafiken bei Pinterest & Co. Am Ende soll mit der gesamten Kommunikation nichts weiter erreicht werden, als Bedarf bei potentiellen Kunden zu wecken. Jeder dieser Kanäle ist dabei etwas anders gestrickt, so dass die Push-Kommunikation nicht immer gleich auffällt.

Website Push Notifications haben den „Vorteil“, dass sie in Echtzeit verteilt werden können –sagen zumindest Befürworter. Aber betrachten wir andere Kommunikationswege, dann gilt das für diese auch. Denn sowohl eine WhatsApp wie auch ein Post bei Twitter und Facebook gehen per Echtzeit heraus. Also: Ist das ein echter Vorteil?
Eher nicht! Denn der Vorteil liegt nicht in der Versandgeschwindigkeit, das haben andere auch. Der Vorteil liegt eher darin, dass der Empfänger aktiv etwas mit der Nachricht machen muss. Entweder er drückt sie an und landet das auf der Sender-Website oder er wischt sie weg (wenn wir im mobilen Jargon bleiben) um sie zu löschen. Der Empfänger muss aktiv werden. Solange er das nicht wird, wird die Benachrichtigung weiter angezeigt. Jedoch ist auch das nichts Unbekanntes. Denn Newsletter funktionieren per se nach dem gleichen Prinzip: Entweder ungeöffnet stehen lassen oder lesen oder löschen.

Eigentlich können wir nur einen echten Vorteil dieses Tools erkennen: Wenn es Neuigkeiten in den Kommunikations-Apps gibt, dann sieht man auf den Displays der mobilen Geräte an den Icons in der Regel einen kleinen Kuller. Vielleicht sogar eine Zahl, die auf die Anzahl von ungelesenen Nachrichten hinweist. Das Tool zum Versand von Website Push Notifications zeigt gleich die Nachricht beim Empfänger an. Man kommt daher schneller / leichter an den Kunden.

Jedoch – und da kommen wir zu den Nachteilen und dem zweiten Blick – werden die Nachrichten verpuffen und somit ihren Marketingzweck verfehlen. Dazu gehen wir weiter unten noch ein.

Dass an sich diese Art der Kommunikation nichts Neues ist, haben wir ja schon oben gesagt, SMS-Kommunikation der 80er und 90er Jahre oder unternehmerische WhatsApp-Channel sind nichts anderes als Push-Notifications. Auch wir nutzen diesen Kommunikation schon seit längerem über Telegram, wobei dieses Tool wirklich eine echte One-Way-Kommunikation vom Unternehmen zum Konsumenten darstellt. Und beide sind genauso wie die Website Push Notifikations unabhängig von Plattformen und Betriebssystemen, einzig: man braucht hat die entsprechende App. Ansonsten gibt es hier die gleichen Vorteile wie bei den Website-Nachrichten, vielleicht sogar mehr, da man in diesen Apps mit Kanälen arbeitet und so ein durcheinander der Nachrichten und Informationen vermeidet.

Wirklich braucht niemand diese zusätzliche Push-Kommunikation.

Nutzen der Website Push Notifications

Wichtig ist ja, dass man sich klar wird, welchen Nutzen man mit den Mininachrichten hat oder für den Empfänger erzielt.

Der Nutzen für den eigenen Webauftritt, das eigene Marketing, ist leicht zu finden. In der Regel wird es darum gehen Angebote, Rabatte etc. an den Kunden zu kommunizieren. Auch ein Hinweis auf einen neuen Blogbeitrag ist vorstellbar.

Wichtiger als der unternehmerische Nutzen, den man sieht (keine Ahnung, ob der wirklich vorhanden ist und über den Sie vielleicht noch einmal nachdenken, wenn Sie zu Ende gelesen haben), ist der des Empfängers. Welchen Nutzen hat der Empfänger von diesen Nachrichten? Welchen Nutzen hat der Empfänger über die anderen bestehenden Marketingwege hinaus an den Schnellmeldungen?

Ganz ehrlich! Nach reiflichen überlegen, wir sehen keine. Vielleicht sind wir ja blind. Die Nachrichten bieten dem Empfänger keinen zusätzlichen Nutzen. Was die Meldungen können, können Social-Media, Kommunikations-Apps (WhatsApp etc.), Mails und die veralteten SMS auch.

Website Push Notifications und DSVGO

Ja, jetzt kommt wieder das Totschlagargument, werden Sie denken. Nein, eher ein Versuch der Sensibilisierung. Denn dieser Kommunikationsweg funktioniert nur durch Anmeldung.

Wie schon mehrfach erwähnt muss sich der potentielle Empfänger anmelden, damit er die Nachrichten bekommen kann. Er hinterlässt also Informationen über sich. Als wir überlegt haben, diese Website Notifications bei uns auf „die Gewerbehelfer“ und/oder „Konsumhelfer.de“ einzuführen, haben wir nach Lösungen gesucht. Idealerweise ein Plugin für das Content Management System. Schließlich muss man ja nicht unbedingt das Rad neu erfinden!

Website Push Notification mit Datenschutzerklaerung

Website Push Notification mit Datenschutzerklaerung (gefunden bei unternehmer,de

Push Notification-Plugins (zumindest für WordPress) gibt es inzwischen einige. Sie erfordern immer (jedenfalls nach Stand unserer Recherche) eine Anmeldung der Website, die diesen Kommunikationspfad nutzen soll, bei einem externen Anbieter. Dieser sammelt die Daten. Aber ob oder wie diese von den Service-Diensten verwendet werden, wird nicht offen kommuniziert. Einzig hinsichtlich OneSignal haben wir im Netz vereinzelt Hinweise gefunden, dass die gesammelten Daten über die versandten Botschaften und deren Empfänger weiterverkauft werden – der Preis für ein kostenloses Tool.

Ähnlich dünn sind die Datenschutzinformationen der Websites, die solchen Service nutzen. Während alle, die z.B. Google-Dienste verwenden, auf den Dienste-Anbieter als Auskunftsstelle hinsichtlich Datenschutz innerhalb der Dienste angeben, werden die Push-Notification-Dienste nicht selten mit keiner Silbe erwähnt. Ein schönes Beispiel für eine gute Datenschutzerklärung hinsichtlich dieser Website Push Notifications findet man bei unternehmer.de.

Zukunft der Web Push Notifications

Natürlich ist das jetzt ein Unken. Auch basiert das auf dem eigenen Nutzerverhalten.

Eine Zukunft dieser Mode-Erscheinung sehen wir nicht. Nutzer – egal mit welchem System sie im Netz surfen – fühlen sich nicht selten genervt von Popups. Durch dieses neue Marketing-Tool wird der Website-Besucher mir einem weiteren bombardiert. Neben dem Popup, welches einen auf den tollen und wichtigen Newsletter verkaufen soll, jetzt kommt nun noch die Aufforderung, sich die Website-Nachrichten auf das Gerät zu holen. Also ein Weg, den Kunden erfolgreich zu vertreiben?

Als wir über den Bedarf dieses Marketingwegs gesprochen haben, haben wir ein darauf hingewiesen, dass der Marketingzweck auf lange Sicht verfehlt wird. Jetzt ist der Werbeweg noch neu. Aber – und das glauben wir – er wird sich schnell abnutzen und keinen nachhaltigen Werbeerfolg liefern.
Denn: Wir alle leiden schon heute unter der Informationsflut. Von allen Seiten prasseln auf uns Nachrichten, Angebote und was immer für Informationen ein, die wir teilweise gar nicht mehr verarbeiten können. Gehen wir davon aus, dass sich die Nutzer nicht nur auf einer oder zwei Webseiten zu diesem Kommunikationsweg anmelden und den Werbenden gestatten Werbebotschaften aufs mobile Gerät (oder den PC, das Notebook) zu senden. In diesem Fall melden sich nicht alleinig moblile Apps und das Betriebssystem mit entsprechenden Nachrichten zu Wort, sondern der Empfänger wird auch noch mit Werbebotschaften auf dem Startbildschirm versorgt. In diesem Fall wird der Nutzer schnell an seine Grenzen – einem Information Overflow – stoßen.

Die Folge: Der Nutzer wird die Einstellungen an seinem Gerät ändern und unwichtige – Ihre Werbebotschaften – Nachrichten deaktivieren. Er wird nur noch die Nachrichten lesen, die wirklich für ihn relevant und wichtig sind. Push Notifications von Freunden aus den Apps und System Meldungen. Werbebotschaften fallen letztendlich hinten runter. Und was haben Sie dann davon?

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