Warum hat „Empfehlungsmarketing“ einen schlechten Ruf?

Wer sich mit dem Thema „Empfehlungsmarketing“ beschäftigt, merkt schnell, dass dieser Werbeweg einen schlechten Ruf in Deutschland hat. Meines Erachtens vollkommen zu unrecht.

Was ist bzw. steckt hinter Empfehlungsmarketing? Doch nichts anderes, als das Lenken und Steuern der Empfehlungen für ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Unternehmen in die gewünschte Richtung – positiv und zur Förderung des Absatzes / Umsatzes.

Empfehlen tun wir alle ständig. Egal, ob positiv oder negativ. Empfehlungen erfolgen oft unterbewusst. Unsere Empfehlungen gegenüber unseren Freunden, Bekannten, Familienmitgliedern und ja auch gegenüber Kunden und Geschäftspartnern werden von diesen in der Regel ausschlaggebend in Kaufprozessen berücksichtigt. Gerade dann, wenn die Informationsbeschaffung hinsichtlich des Produktes schwierig oder zeitaufwändig ist, greifen wir auf die Erfahrung anderer zurück.

Mit Empfehlungsmarketing will man nichts anderes erreichen: Zufriedene Kunden sollen einem bewusst neue Kunden zuführen. Und dafür bekommen diese werbenden Kunden eine kleine, wie auch immer geartete Prämie.

Interessanterweise ist das Empfehlungsmarketing in einer Branche akzeptiert: Printmedien, also Tageszeitungen, Magazine etc. Hier „empfiehlt“ man gerne einen neuen Leser als (Test-)Abonnementen und kassiert die Kaffemaschine, den Einkaufsgutschein etc. einfach mal ein. Und hat dabei nicht einmal mitbekommen, dass man aktiv im Vertrieb für diese Zeitung tätig war.

Jedoch geht es um eine andere Leistung oder ein anderes Produkt geniert man sich. Fühlt sich sogar eventuell schlecht, dafür Geld zu bekommen. Aber warum?

Warum hat Empfehlungsmarketing so einen schlechten Ruf?

Empfehlungsmarketing wird bei uns im Deutschland mit Strukturvertrieb gleichgesetzt. Einem Vertrieb, bei dem weniger das Produkt oder die Leistung im Vordergrund steht, als viel mehr das Finden weiterer „Vertriebsmitarbeiter“, an deren Umsatz und Empfehlungsgeberwerbung man fleißig mitverdient. Also Empfehlungsmarketing in Pyramidenform. Die ersten in der Struktur verdienen sich irgendwann mit Nichtstun eine goldene Nase, die in der Struktur Untenstehenden laufen sich für ein paar Euro die Füße wund und quatschen sich den Mund fusselig.

Aber der Strukturvertrieb ist nicht das Empfehlungsmarketing. Es ist lediglich eine Ausprägung desselben.

Empfehlungsmarketing ist mehr. Es beinhaltet jedwede Form des gelenkten Weitersagens. Beginnend mit den altbekannten (schon genannten) Prämien, über Zitate von Kunden in werbenden Medien über Likes und Shares in Sozialen Netzwerken bis hin zu Blogs und Kommentaren Dritter sowie Bewertungsplattformen. Aber auch persönliche Gespräche von Menschen untereinander.

Das sollten Sie immer bedenken, wenn Sie an Empfehlungsmarketing denken.

Auch sollten Sie sich fragen, ob es wirklich so verwerflich ist, Empfehlenden für ihre Leistung etwas zu zahlen. Schließlich bringen Ihnen die neudeutsch Influencer ja neue Kunden.

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