7 Social Media-Lügen (endlich) entlarvt!

Social Media gilt als eine ideale Lösung günstig für sich, seine Leistungen und Produkte Werbung zu machen. Hierbei geht man davon aus, dass sich über diesen Weg Kunden informieren und mit dem Unternehmen kommunikativ in Verbindung treten.

In der Theorie klingen die Aussagen von Social Media Beratern gut, jedoch redet die Praxis eine ganz andere Sprache – vor allem für KMUs. Diese Lügen decken wir heute auf.

„Kunden wollen sich übers Unternehmen informieren“

Falsch! Der Kunde interessiert sich nicht die Bohne für Ihr Unternehmen, wenn er in sozialen Netzwerken unterwegs ist. Übrigens genauso wenig, wie im wahren Leben.

Dem Kunden ist es vollkommen egal, ob Sie neue Ware bekommen haben, sich Ihre Mitarbeiter auf der Weihnachtsfeier köstlich amüsiert haben oder Ihr Azubi die Abschlussprüfung mit Bravour bestanden hat. Die Nutzer dieser Netzwerke wollen vom realen Leben abschalten. Sie wollen sich mit ihren Bekannten, die sie nicht sehen können, austauschen. Sie wollen sich mit Ihrem Freundeskreis verabreden. Die Nutzer wollen Spaß.

Geschäftliches interessiert da weniger. Interesse an ihrem Unternehmen kommt erst auf, wenn Bedarf besteht. Wenn der User also etwas braucht. Dann stellt sich jedoch die Frage, ob er sich über das Social Media Netzwerk auf Ihrem Profil Informationen sucht, oder eher auf Ihrer gut gepflegten Website. Denn, wenn Sie dem Rat vieler Social Media Beratern folgen, veröffentlichen Sie auf Ihrem Profil keine direkte Werbung sondern präsentieren Ihr Unternehmen / Ihre Marke. Daraus kann der potentielle Kunde vielleicht ableiten, was sie machen. Aber die richtigen, kaufrelevanten Informationen bekommt er nicht.

Daher:
Wer seine Steakholder oder seine Kunden informieren will, der sollte dies über seinen Internetauftritt tun!

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„Social Media ist eine günstige Marketingmöglichkeit“

Falsch! Vielleicht war es das ja mal so in den Anfangszeiten als die ersten in die Sozialen Netzwerke einstiegen. Als noch irgendein beliebiger Mitarbeiter des Marketings oder der Unternehmenskommunikation eines großen Unternehmens experimentell Social Media Marketing „so nebenbei gemacht“ hat. Bei kleineren war es nicht selten der Chef selbst.

Inzwischen hat sich eine ganze Wissenschaft darum gebildet. Sind neue Berufsgruppen entstanden. Social Media Marketing ist in den seltensten Fällen noch etwas, was irgendwer aus dem Ärmel schüttelt.

Social Media Marketing verursacht hohe Kosten. Auch wenn man diese nicht direkt sieht und bei einem KMU vielleicht wirklich noch irgendeine Person dieses nebenbei macht. Die verwendete Arbeitszeit für Recherchen, Erstellung von Post, eventuelle Reaktion auf Antworten etc. wird oft nicht beachtet. Dabei fällte die Person ja für andere Aufgaben aus. Und je kleiner das Unternehmen, desto weniger Zeit haben die Mannschaft, wenigstens semi-professionell Social Media Marketing zu betreiben.

Zu dem kommt, dass man gehört werden muss. Damit also Social Media Marketing funktioniert, muss man erst einmal für sein Profil Werbung betreiben. Daher kann man sein Marketingbudget nicht einfach mal auf Social Media umleiten. Man muss es im schlechtesten Fall aufstocken, um zwei gleisig zu fahren: klassisches Marketing und Social Media Marketing.

Da, wie vorangehend schon gesagt, das Publikum im Netzwerk seinen Spaß haben will, ist das Marketing auch anders zu gestallten. Spaß hat Vorrang. Ein Bild mit einem freundlich lächelnden Mitarbeiter, der an der Werkbank steht mit passender Bildunterschrift zieht nicht. Pressemitteilungen sind für die User genauso uninteressant. Spaß heißt: Spiele, Action, Filme, Witze, Komisches. Deswegen gehen Katzenfotos so gut bei Facebook! Aber das ist nicht das was ein Unternehmen als seriös darstellt.

Gehen Sie dennoch auf diese Anforderung ein, müssen Sie sich nicht nur ein Spiel ausdenken (das zu Ihrem Unternehmen passt), sondern bei Gewinnspielen auch noch Preise zur Verfügung stellen. Hier entstehen also neben Marketingkosten auch Kosten für die Bereitstellung eines Gewinnes und die Programmierung eines Online-Spiels. Nicht um sonst hat sich bei großen Unternehmen inzwischen ein eigener Social Media Bereich entwickelt.

Betrachten wir Social Media über die drei klassischen Netzwerke Twitter, Facebook und Google+ hinaus und beziehen Angebote wie Pinterest, Snapchat und Youtube etc mit ein, haben Sie zusätzlich noch Produktionskosten für Bild- und Filmmaterial.

Daher:
Wer erfolgreich Social Media Marketing betreiben will, muss hierfür Kapital bereitstellen!

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„Social Media liefert Traffic“

Dieses von Social-Media-Beratern sehr beliebtes Argument ist Blödsinn.

CocaCola hat genauso wenig eine Traffic-Steigerung erreicht, wie es ein KMU erreichen wird. Große Marken erreichen durch nicht zu vernachlässigenden Marketingaufwand, dass durch den gelieferten Fun-Faktor die Zielgruppe etwas stärker an die Marke gebunden wird. Durch ständige Aktionen wird der User dazu gebracht wieder im Profil der Marke nachzusehen. Mehr Traffic auf die Website kommt hier nicht.

Dies hat auch eine Studie von BrigthEdge aufgezeigt. Dieses SEO-Unternehmen hat die Profile und Websites seiner Kunden angesehen und festgestellt, dass etwa 51 % des Traffics von den Suchmaschinen kommt, jedoch nur maximal 5% aus sozialen Netzwerken. Zu einem ähnlichen Ergebnis sind auch wir gekommen.

Auch stößt man immer wieder auf die Aussage, dass Social Media einen immer größeren Anteil am Traffic auf die unternehmens- /markeneigne Webite hat. Auch das fällt in das Reich der Legenden und Mythen.

Daher:
Wer Traffic auf seine Website generieren will, muss weiterhin auf Suchmaschinenoptimierung (SEO) und gute Usability der Website setzen!

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„Mit Social Media steigert man seinen Umsatz“

Falsch! Wie soll das auch gehen? Wenn die Netzwerke, wie gesagt, kaum Traffic liefern, kann aus diesem nicht existierenden auch kein Umsatz generiert werden. Einzige Ausnahme: Sie verkaufen Ir Produkt / Ihre Leistung direkt über ein Social Network. (Das machen jedoch fast nur Berater mit Webbinar-Angeboten)

Als Beispiel ein Beispiel betrachten wir unser Twitter-Profil (als erfolgreichsten unserer Social Media Accounts) und die Kennzahlen vom Juni: Mit etwa 50 Tweets haben wir rd. 5500 Kontakte erzeugt. Bei angenommener Gleichverteilung sind das 67,5 erreichte Personen pro Post. Wenn etwa 20 Posts im Monat auf unsere Website verweisen – und das ist hoch gegriffen – sind das 1350 Kontakte die uns direkten geschäftlichen Nutzen bringen könnten. Laut unserer Daten sind jedoch nur 2 Visits (das sind 0,0004% aller Kontakte) generiert worden. Wenn hiervon statistische 1% bis 2 % etwas gekauft hätten, können Sie sich vorstellen, wie viel Umsatz aus Twitter generiert worden wäre.
Im Umkehrschluss bedeutet das, dass wir etwa 45 mal so viele Twitter-Kontakte im Monat hätten erzeugen müssen, um einen Käufer generieren zu können.

Von einer Umsatzsteigerung kann man hier nicht reden. Jedoch besteht die nicht zu unterschätzende Möglichkeit, dass aufgrund der über die Profile gewonnenen Bekanntheit ein indirekter Umsatzschub entsteht. Indirekt aus dem Grund, dass Kunden durch die Profile zunächst auf die Marke aufmerksam gemacht werden, später bei entstandenem Bedarf dann über den direkten Weg oder eine Websuche dann letztendlich bei einem kaufen. Eine Datenerhebung diesbezüglich ist jedoch nur schwer und mit einer gewissen Unsicherheit möglich.

Des Weiteren zeigt das Beispiel auch, dass Ihr Unternehmen schon einen gewissen Bekanntheitsstatus in den Netzwerken haben muss, damit Sie ausreichend Kontakte zu Ihren Posts erstellen, um über diesen Weg Umsatz zu generieren. Zum Beispiel sind Newsletter hier definitiv erfolgreicher: In der Regel kommen etwa 5% bis 10% der Newsletter-Empfänger auf die Website oder das Angebot im Newsletter. Wenn davon 1% zu Käufern werden, brauchen Sie lediglich 1000 bis 2000 Newsletter-Empfänger (im Vergleich dazu: 247.500 Tweet-Kontakte im Monat)

Daher:
Wer seinen Umsatz steigern will, muss andere Marketing-Wege einschlagen!

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„Mit Social Media gewinnt man Neukunden“

Ein weiterer gerne kommunizierter Unfug! Denn wie sollen Neukunden gewonnen werden, wenn

  1. Social Media Netzwerk-Nutzer in diesem eigentlich Spaß erleben wollen?
  2. Die Netzwerke Facebook, Google+ und Facebook (aber auch die anderen!) nicht gerade die Traffic-Bringer sind?
  3. Die Netzwerke kein Garant für Umsatz darstellen?

Alleine diese drei Punkte widersprechen der Neukunden-Gewinnungs-Aussage.

Aber es gibt noch einen weiteren Faktor, der gegen diese Annahme spricht:

Die Mehrzahl der (deutschen) KMUs ist regional tätig. Die wenigsten dieser Unternehmen sind Deutschland weit tätig. Die Bekanntheit der Marke ist folglich auch nur regional. Jedoch sind Soziale Netzwerke national bzw. international. Folglich werden sich unter Ihren Fans irgendwann auch Personen befinden, die nicht zu Ihrer Zielgruppe gehören (Beispiel: Bäckerei in München, jedoch Fans aus Hamburg oder Ohio). Diese Fans werden kaum jemals bei Ihnen als Kunden aufschlagen (es sei denn, Sie bieten zufällig einen Versand Ihrer Produkte oder die Leistungserbringung beim Kunden vor Ort an).

Je nachdem wie allgemein Ihr Firmen-/Markenprofil gehalten ist, desto wahrscheinlicher sind Follower außerhalb Ihrer eigentlichen räumlichen Zielgruppe. Wenn Sie dem Rat vieler Berater folgen, wonach Sie nicht direkt im Profil für sich Werbung schalten, sondern mehr Wert auf Information und Fun legen, werden Sie verstärkt Follower haben, die wahrscheinlich nie zu einem Kunden werden. Diese Follower sind nicht aus Interesse an Ihrem Unternehmen / Ihrer Marke bei Ihnen, sondern, weil Sie Informationen oder Spaß liefern.

Daher:
Wer Neukunden gewinnen will, sollte andere Marketingwege bevorzugen!

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„Die Kunden wollen mit dem Unternehmen interagieren“

Keine Angst, dass kommt bei kleinen mittelständischen Unternehmen oder Selbstständigen (noch) äußerst selten vor. Haben Sie eine gewisse Bekanntheit und dementsprechend Followerzahl, werden Sie auch Kommentare in den Profeilen stoßen, die man auch beantworten sollte. Wann dies soweit ist und wie dies erfolgt, hängt neben Ihrer Bekanntheit auch von Ihrer Branche ab. Ein Bäcker wird vielleicht ein „gefällt mir“ auf die jüngst abgebildet Tortenneukreation erhalten. Ein Berater schon eher Kommentare zu seinem letzten Seminar oder Fachartikel.

Grundsätzlich ist die Frage, wie richten Sie Ihr Unternehmen hinsichtlich dem Kundendialog aus. Wollen Sie einen, und wenn ja, solle er in aller Öffentlichkeit erfolgen? Wenn Sie beides mit einem „ja“ beantworten, dann wird Ihr handeln von t3n passend zusammengefasst:

Die Kommunikation ist von Anfang an dialogisch ausgerichtet, man kommt nicht in Versuchung, ständig nur Werbung zu machen. Stattdessen bietet man einen klaren und seriösen Kundennutzen und es fällt relativ leicht, guten Content zu produzieren.

Der Kundendialog ist dabei kein klassischer Support. Und hierbei müssen Sie darauf achten, dass Sie schnell auf die Kommentare reagieren, was entsprechende Kapazitäten voraussetzt.

Jedoch setzt dieser Ansatz voraus, dass die Netzwerknutzer mit ihnen auch in einen echten Dialog treten wollen. Das ist jedoch bei KMUs sehr selten der Fall. Und wenn, melden sich die Kunden in der Regel (noch) per Mail oder Telefon bei einem.

Daher:
Wer seinen (potentiellen) Kunden Dialogmöglichkeiten zur Verfügung stellen will, sollte den Schwerpunkt auf Telefon, Mail und eventuell ein Webforum legen!

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„Dank Faceboook oder Google+ braucht man kein Blog/keine Website mehr“

Diese Aussage kommt immer wieder hoch. Sie wird aber deswegen nicht besser.

Schon Anfang 2013 haben wir zu der Aussage Stellung bezogen. Seit dem hat sich nicht viel geändert, auch wenn die beiden Netzwerke Google+ und Facebook sich hier auf den ersten Blick anbieten. Jedoch haben Sie hier das Problem der Reichweite und des Gefundenwerdens Ihrer Artikel. Sie werden von Suchmaschinen nicht unbedingt indiziert und gerankt (z.B. arbeitet Microsoft mit Facebook zusammen, so dass die Suche Bing Facebook-Posts findet, jedoch bei Google+ manchmal versagt. Gleiches gilt andersherum). Manche Netzwerke verweigern sogar das Indizieren. Folglich kommen aus den organischen Suchen auch kaum Zugriffe auf einen entsprechenden Post.

Des Weiteren bietet die Technik der Netzwerke nicht das, was Ihre Website oder ein Blog bieten kann. Das Setzen von Links produziert eine Linkvorschau auf den ersten gesetzten, Medien können Sie nur bedingt einsetzen, in der Regel nur einmal pro Post, und längere Texte werden irgendwann abgehackt und mit einem „Weiterlesen“-Button versehenen. Dies nur zusammengefasst. Natürlich gibt es noch mehr Gründe, ein Profil nicht als Blog zu mißbrauchen.

Wichtig ist hier auch, das Verhalten der User zu bedenken: Zum einen sind die Nutzer von Facebook und Google+ nicht darauf konditioniert, längere Blogposts ähnliche Artikel zu lesen. Zum anderen wollen die Nutzer in den Netzwerken die Information schnell erfassen. Es hat sich herauskristallisiert, dass bei Facebook der Post maximal 140 Zeichen lang sein sollte (wobei die meisten Interaktionen bei ca 40 Zeichen sind) und dieser bei Twitter um etwa 100 Zeichen liegen sollte (siehe buzzcapture.com)

Daher:
Wollen Sie umfangreich Informationen in einem repräsentativen Look-and-Feel weitergeben, dann nutzen Sie lieber Ihre Website und Ihren Blog!

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Schlusswort

Nach dem wir nun etliche Lügen von Social Media (Marketing)-Beratern aufgedeckt und widerlegt haben, könnte bei Ihnen der Eindruck entstanden sein, dass Marketing in sozialen Netzwerken lieber gelassen werden sollte.

Dieser Annahme entsprechen wir nicht. . Es sollte Ihnen nur die Realität aufgezeigt werden, die viele der Berater aus Kundengewinnungssicht nicht aufzeigen. Wir wollen lediglich Ihre Sinne schärfen, Sie auf dem Boden der Realität halten. Denn nichts ist schlimmer als, wenn man einem Berater oder den Massen blindlings und euphorisch folgt, jedoch, weil sich der „Erfolg“ nicht einstellt, seine Profile jedoch irgendwann verweisen lässt.

An obigen den Punkten sehen Sie, dass der Weg zu einem erfolgreichen Marketing steinig ist. Sie brauchen Geld (auch wenn nicht auf den ersten Blick ersichtlich) und Sie brauchen Zeit, viel Zeit. Dagegen werden Sie den Erfolg, wenn überhaupt, viel später sehen. Ob Sie diesen Ihrem Marketing bei Facebook, Google+, Twitter oder sonst einem Medium zu ordnen können, ist dabei auch nicht einmal sicher.

Wir selbst sind davon überzeugt, dass die Marketing in den Sozialen Netzwerken, trotz ihrer offensichtlichen Schwächen für KMUs, nützlich ist und sich irgendwann auszahlt. Es ist ein Weg sich im Web zu präsentieren und für sich Werbung zu machen. Warum sollte man diesen Weg nicht nutzen?

Wären wir nicht dieser Meinung, hätten wir nicht unsere diversen Profile (Facebook, TwitterTelegram, PushBullet), über die Sie uns gerne folgen können.

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