Die Wahrheit über Social Media als Traffic-Lieferant

Sicherlich kennen Sie die Aussagen, die im Netz kursieren: Soziale Netzwerke wie Facebook, Google Plus und Twitter werden im Marketing immer wichtiger und lösen die Suchmaschinen als Traffic-Lieferanten ab. Nicht selten behaupten Social Media Berater sogar, dass der Traffic aus sozialen Netzwerken schon jetzt eine nicht zu vernachlässigende Größe darstellen würde.

Ein Blick auf unserer Traffic-Daten, auch wenn diese aufgrund der Einschränkungen von Cookies immer ungenauer werden, bestätigte die Aussage nicht. Verwies sie sogar eher in das Reich der Behauptungen (aus Vertriebsgründen?). Im Gegensatz, wir mussten feststellen, dass die meisten Besucher über Google und Direktzugriff auf unsere Seite kommen. Während sich die Zugriffe über die Google-Suche noch erklären ließen, sind die Direktzugriffe mit einem Anteil von 16% im Jahr 2015 unverständlich hoch.

Verteilung der Zugriffe aus Sozialen Netzwerken 2015

Verteilung der Zugriffe aus Sozialen Netzwerken auf die.gewerbehelfer.de im Jahr 2015

Durch einen – man kann es so sagen – Zufall sind wir auf die mögliche Ursache der hohen Zahl an Direktzugriffen gestoßen: Nach einem Post in das Telegram-Netzwerk haben wir den Link, der auf unsere Website führen sollte getestet. Obwohl der Link korrekt funktionierte, mussten wir feststellen, dass der Besuch vom Tracking nicht erfasst wurde (obwohl Tracken nicht unterbunden). Ein weiterer Test mit einem Link in einem anderen Netzwerk führt zu dem gleichen Ergebnis.
Jedoch nur dann, wenn der Aufruf des Links aus einer heraus App erfolgte. Nur dann verzeichnete unser Tracking zwar einen Besuch, jedoch lediglich als ein Direktzugriff.

Daher haben wir in Folge bei in den Netzwerken platzierten Links auf unsere Website diese mir Kampagneninformationen versehen. Jeder Link z.B. in Google Plus war somit mit der entsprechenden Information versehen.

Vorteil dieses Vorgehens:

  1. Wir finden heraus, ob Direktzugriffe ihre Ursache in Apps haben
  2. Wir finden heraus, ob Links zwischen den Netzwerken durch Teilen „wandern“? Also ob durch Teilen ein Link in ein anderes Netzwerk weitergegeben wird

Der Versuch, hier die oben genannte Aussage zu bestätigen, führte zu nächst einmal zu keinem besseren Ergebnis hinsichtlich der Direktzugriffe. Im Testzeitraum Februar bis Juni 2016 betrug der Anteil an Direktzugriffen (ohne Kampagnenzuordnung) wiederum 17%. Also keinerlei Veränderung zum Vorjahr.

Verteilung der Zugriffe aus Sozialen Netzwerken 2015

erteilung der Zugriffe aus Sozialen Netzwerken auf die.gewerbehelfer.de im Zeitraum Februar bis Juni 2015

Jedoch haben wir feststellen können das ganze 0,5% aller Zugriffe in diesem Zeitraum nicht korrekt als Direktzugriffe erfasst worden wären (hätten wir die Links nicht gekennzeichnet), sondern eigentlich aus der Telegram-App stammten. Aus den anderen Apps von Facebook, Twitter oder Google+ konnten wir so keine Zugriffe erkennen. Dennoch hat diese „Wegnahme“ von Zugriffen auf den Anteil der Besuch aus den Sozialen Netzwerken genauso keinen Einfluss gehabt.

Nicht nur das. Auch konnten wir keine Veränderung hinsichtlich des genauen Vergleichzeitraums (Februar bis Juni 2015) erkennen. Absolut betrachtet sind die Zahlen von Facebook und Google+ in den beiden Zeiträumen sogar fast gleich. Lediglich Twitter war dieses Jahr erfolgreicherer Traffic-Lieferant.

Auch zeigen die Zahlen, dass – zumindest bei uns – Soziale Netzwerke eher als irrelevant hinsichtlich des Traffics zu betrachten sind. Bei eine Quote von rund 1,1% kann man nicht davon reden, dass die Social Media-Kanäle eine nicht zu vernachlässigende Traffic-Lieferanten seien. Damit müssen wir diese Aussagen in das Reich der Mythen verbannen.

Und wir stehen nicht alleine so dar. Unser gewonnenen Erkenntnisse decken sich zum Großteil mit einer Studie von BrigthEdge, die auf sehr ähnliche Zahlen kommen wie wir, auch was den Traffic über die organische Suche anbelangt.

Dennoch möchten wir an dieser Stellen nicht abstreiten, dass Social Media im Marketing-Mix eine wichtige Rolle spielt. Jedoch sind Twitter & Co keine Garanten für Umsatzsteigerungen, da diese keinen dafür ausreichenden Traffic liefern.

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