Ein Shitstorm? – So kann man sich auch verhalten!

Vor einiger Zeit haben wir hier ein „Fehlverhalten“ des ZDF betrachtet. Dabei rieten wir zu einem anderen Verhalten, als das, das in diesem Fall bei Google+ an den Tag gelegt worden ist. Heute wollen wir uns mal einen Shitstorm ansehen, der am Wochenende bei auf der Facebookseite von 1live (Programm des WDR) losgetreten worden ist.

Was war passiert? 1live machte im Rahmen eines Comedy-Einspielers einen Vergleich, den einige in den falschen Hals bekommen haben (https://www.facebook.com/FDP.Liberte/posts/621625737901326). Hieraufhin wurde von einem Hörer auf der Facebookseite ein Post geschrieben, der eine Flut von missbilligenden Reaktionen hervorruft.

Die Verantwortlichen reagierten. In dem sie nicht reagierten. Sie ignorierten den sich bildenden Shitstorm einfach. Weder eine Reaktion in den Posts, noch eine von den Postenden geforderte öffentliche Entschuldigung, noch ein (erkennbares) Löschen von Kommentaren. Im Gegensatz zu dem anderen Beispiels des ZDF-Vorgehens, in dem man Kommentare löschte und damit weitere Reaktionen hervorrief, verhielt man sich hier absolut ruhig und machten einfach so weiter, als wäre nichts gewesen. Mit dem Ergebnis, dass er sich schon binnen etwa 24 Tagen in den Weiten des Netzes verlief und so verhallte.

Damit verhielt sich 1live nicht wie Social Media Beratern mainstreamig erzählen: Wer Opfer eines Shitstorms wird, soll offen auf die Kritik reagieren (siehe z.B. W&V: Wie sich ein Shitstorm zu einem Candystorm verwandeln läßt). Hierbei ist es nach einhelliger Meinung unabdingbar, dass sich ein Unternehmen eine entsprechende Strategie bereitlegt. Nur ist es der beste Weg?

Interessanterweise zeigt das Beispiel 1live, dass man mit einer abwartenden Haltung, in der man keinerlei Reaktion an den Tag legt, auch eine Shitstorm, aussitzen erfolgreich kann.

Besonders interessant kann diese Strategie gerade für Klein- und mittelständische Unternehmen sein. Da hier in der Regel nur geringe Fan- bzw. Followerzahlen bestehen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein entstehender Shitstorm relativ schnell im Sande verläuft, ziemlich groß. Grund ist hier neben der geringen Zahl der Fans das „mangelnde Interesse“ der Freunde dieser an dem Unternehmen. Zu dem werden bei kleineren Fanzahlen Shitstorms relativ schnell durch treue Kunden und Anhänger – als von der Community selbst – unterbunden. Nur sollte man sich darauf nicht unbedingt verlassen.

Ein Vorteil von Shitstorms kann man aber auch in anderer Hinsicht sehen. Gemäß dem Motto „schlechte Werbung ist auch Werbung“ kann man diesen Sturm als Werbung und zur Erhöhung von Bekanntheit ansehen. Schließlich erfahren mehr Menschen von der Existenz des Unternehmens oder der Marke, als hätte man fleißig einige Likes auf die Post generieren können.

 

Blog-Themen des Artikels: Social Media Kommunikation Schlagworte: , , , , , . Bookmarke den Permalink.
Kopieren Sie diesen Short-Link und verwenden Sie Ihn beim Posten und Teilen: http://ku-li.de/NU-9U  

Teilen Sie diesen Beitrag mit anderen ...


Kommentare / Anmerkungen

  • Avatar
  • Avatar