Netzwerktools, die Ihnen im Marketing nichts bringen

Das Leben ist schön. Man führt sein Geschäft und irgendwann kommt man auf die Idee, online Networking zu betreiben. Oder irgendein Bekannter oder Berater hat einen darauf gestoßen, dass die diversen Online-Netzwerke die reinste Goldader wären. Man muss sie nur nutzen und dann kommen die Kunden von selbst.

Leider ist das aber nicht unbedingt so. Oder einem fehlen die Werkzeuge.

Jedenfalls kommt nicht der erwartete Boom! Keine Menschenseele interessiert sich für das Profil. Niemand will sich mit einem verknüpfen. Und man will doch mindestens genauso viele Fans wie Mc Donald’s, Siemens oder das Ferrari-F1-Team haben; auch wenn mann lediglich eine regional Größe ist.

Schnell kristallisieren sich drei Lösungsalternativen heraus.

Die erste und häufig angewandte ist, man lässt das Social Media Profil verweisen. Einmal angelegt, wird irgendwann nichts mehr gepostet. Schließlich ist das ja alles Schwachsinn und bringt nichts.  Da sich ja niemand für das eigene Profil interessierte, wird diese Meinung untermauert und fundamentiert.

Die zweite Alternative ist, sich hinzusetzen und (vielleicht mit einem Profi) eine Strategie zu entwickeln. Nicht nur die im Internet propagierte Social Media Strategie, sondern eine ganzheitliche Marketingstrategie — inklusive Offline-Werbung für die Profile –, die auch festlegt, wie die genutzten Netzwerkprofile gepusht werden sollen.

Schließlich gibt es noch die dritte und eine nicht viel bessere Alternative zu der ersten: Ungeplanter Aktionismus in Verbindung mit diversen Onlinetools, die nicht das halten, was sie versprechen.

Letzteres sehen wir uns heute anhand von 3 Tools genauer an.

Automatisches (Re-)Following

Automatisches Following ist ein echt klasse Tool! Nichts machen und schnell neue Fans gewinnen. Jedenfalls sagen das die Verkäufer solcher Tools.

Der Ablauf ist eigentlich recht simpel, wenn auch je nach Tool etwas unterschiedlich

– Sie folgen automatisch dem Profil, das Ihrem folgt. Sobald der Fan die Verbindung zu ihnen beendet, entfolgen Sie demjenigen auch.

– Sie folgen per Tool wirkürlich Profilen im Netzwerk. Sollten diese nicht binnen einer gesetzten Frist Ihr Follower werden, entfolgt das Tool automatisch

– Sie definieren Kriterien (Schlagworte), nach dem das Netzwerk von dem Tool nach passenden Profilen durchsucht wird. Dann folgt die vorhergehende Prozedure.

Klingt zwar auf dem ersten Blick gut, aber wirklich nützlich?

Nehmen wir an, ich schreibe einen Post über Eis („Hitze im Büro. Ein leckeres Eis wäre jetzt nicht schlecht!“). Und Sie Betreiben eine Eisdiele. Aufgrund des Begriffes Eis folgen Sie mir. Warum sollte ich zurückfolgen?
Es gibt schließlich etliche Gründe es nicht zu tun:

– ich betreibe selbst eine Eisdiele und das war nur ein Marktingpost

– ich lebe gar nicht in Ihrem Einzugsgebiet

– ich interessiere mich gar nicht für die von ihnen geposteten Themen.

Genauso umgekehrt. Warum sollten Sie mir eigentlich folgen, um mich als Fan zu akquirieren? Ist doch absoluter Schwachsinn, oder?

Mit so einem Tool machen Sie Ihr Profil weder bekannter, noch gewinnen Sie Fans. Wenn Sie Pech haben erwischen Sie dagegen jemanden, der auch so ein Tool nutzt. Dann haben Sie einen Autorefollower und müllen sich Ihre Timeline gegenseitig voll — juhu! Ein absolutes Umsatzplus ist als garantiert!

Echte mögliche Fans werden hier schnell hellhörig, wenn die bestehenden Fans genau denen entspricht, denen Sie folgen. Gerade bei gewerblichen Profilen ist das eigenartig. Schließlich gibt es keinen plausiblen Grund, warum Ihr Eisdielen-Profil jedem Kunden folgen sollte, oder?

Auto-Kontaktmail

Herrlich diese Auto-Kontaktmails. Sie werden besonders gerne bei Xing verwendet. Man könnte sie sich aber auch bei Facebook oder Twitter vorstellen.

Auch hier ist das Grundkonzept der Tools recht einfach gestrickt: Es werden die Mitglieder von Xing-Gruppen ausgelesen. Im Anschluss bekommen die Profile eine Standard-Mail, in der eine Verknüpfung der Profile vorgeschlagen wird, da man ja als Teilnehmer der Gruppe gemeinsame Interessen habe und sich gegenseitig helfen könne.

Mit diesem Vorgehen sammeln sie schnell Follower. Die Sie dann hoffentlich umgehend innerhalb des Netzwerks mit Werbung bombardieren. Wenn Sie dreist sind gegen Sie noch einen Schritt weiter, lesen deren Emailadressen aus (manche der Tools können das) und importieren die Adresse dann frech in Ihren Newsletter-Verteiler! (Egal ob rechtlich erlaubt oder icht!)

Dumm an dem Vorgehen ist nur, dass Sie nicht Ihre Zielgruppe erreichen werden. In solchen Gruppen diskutieren in der Regel Fachleute über einzelne Fragestellungen. Da wird es schwer seine Dienstleistungen an den Mann zu bringen.

Zudem kommt auch, dass der Empfänger in der Regel sofort erkennt, dass es sich um eine automatische Mail handelt. Sie haben, egal von welchem Versender sie kommen, den gleichen Text, Wortklang und/oder Inhalt.

Auch Kontaktsammler fallen auf. Denn die haben meist eine unüberschaubare Anzahl von Kontakten bei gleichzeitiger fehlender allgemeiner Webpräsenz oder relativ niedriger Marktdurchdringung.

Gekaufte Fans

Wäre das nicht toll, wenn ihr Profil schon tausende von Fans/Followern hat?

Klar, nur passiert das den wenigsten von uns. Wir sind schließlich in der Regel nur kleine ziemlich unbekannte Lichter im weiten Wirtschaftsuniversum. Ein neues Profil anlegen und tausende von Folowern an sich binden per „Wimpernschlag“ gelingt vielleicht Fun-Marken. Sicherlich nicht Ihnen und der Mehrheit der KMUs.

Da kommt dann das Angebot für ein paar hundert Dollar (selten Euro) doch in kürzester Zeit x-tausend Fans zu bekommen gerade recht. Wie toll könnte man damit doch angeben!

Diese Fans bringen Ihnen und Ihrem Geschäft gar nichts!

Viele Fans bei einer überregional unbekannten Marke sind unglaubwürdig. Viele Fans für ein Profil eines regional bekannten Unternehmens oder einer Marke, die aus Asien oder Russland stammen, sind unglaubwürdig. Viele Fans deren Muttersprache nicht der auf dem Profil genutzten Sprache ist, sind unglaubwürdig. Viele Fans eines neuen Profils einer regionalen Marke sind generell unglaubwürdig.

Sie stärken so vielleicht Ihr Ego. Aber geben Sie es zu: Einen Blumentopf kann man bei genauerem Hinsehen nicht gewinnen. Diese gekauften Fans werden Ihnen weder Traffic auf die Website bringen, noch Ihren Umsatz steigern. Diese gekauften Fan-Profile dienen nur dem Zweck, Ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen.

Zu dem Schaden Sie Ihrer Marke. Denn diese falschen Fans fallen auch potentiellen echten auf. Die können Sie dann vielleicht gar nicht gewinnen, weil ihnen ein Makel der Unseriösität anhaftet. Damit verlieren Die zukünftigen Umsatz.

Fazit

Um echte Fans und Kunden über Soziale Netzwerke zu gewinnen, verzichten Sie auf solche Tools. Sie versprechen Ihnen viel, nutzen Ihnen jedoch gar nichts. Auch wenn der Weg steinig, schwer und langwierig ist, Sie sind erfolgreicher, Fans/Follower zu gewinnen, wenn Sie bestehende und neue Kunden auf Ihr Profil aufmerksam machen und locken. Dazu müssen Sie auch auf alte herkömmliche klassische Marketingmittel zurückgreifen.

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