9 Gründe, warum Soziale Netzwerke keine Blogsysteme sind

Auch wenn es immer seltener vorkommt, dass die Social Media Systeme zum Bloggen mißbraucht werden. Es kommt vor. Und gerade kleine KMU überlegen immer wieder, anstelle eines Unternehmensblogs, ihre Beiträge auf Facebook oder Google+ zu „bloggen“.

Jedoch sind weder Google Plus noch Facebook Bloggingsysteme. Denn trotz der scheinbaren Vorteile gibt es etliche Nachteile.

Gestaltungsfreiheit

Postings können in Social Media-Systemen — wenn überhaupt möglich — nur sehr rudimentär gestalterisch Bearbeitet werden. Bei Google kann der Text fett oder kursiv geschrieben werden und auch untersteichen ist möglich. Bei Facebook dagegen ist eine solche Formatierung, die man aus Foren kennt dagegen nicht möglich.

Facebook hatte schon früh eine, nur von wenigen Unternehmensprofilen genutzte Möglichkeit neben den Postings auch andere längere Texte zu erstellen. Jedoch fehlte hier jegliche Formatierung.

Die rudimentäre Möglichkeit, seinen geistigen Werke einem individuellen Look and Feel zu verpassen, ist für ein Bloggen über Social Media Systeme kontraproduktiv. Nichts ist für einen Konsumenten schrecklicher, als wenn alles gleich aussieht.

Textlänge

Ein gravierender Punkt beim Bloggen. Sie werden verschiedene Artikel unterschiedlicher Länge erstellen.

Die bestehenden sozialen Netzwerke haben für die Post ein vorgeschriebene maximale Zeichenzahl. Diese reicht jedoch in der Regel nicht aus, um einen brauchbaren Artikel zu schreiben.

Der Affenblog geht zum Beispiel (auch wenn wir es empirisch versucht haben, zu widerlegen) von mindestens 1.000 Worte pro Blogartikel aus. Bei einer durchschnittlichen Buchstabenzahl von 11 (siehe Duden) in der deutschen Sprache kann man damit bei Facebook nur rund 400 Worte, bei Google unbegrenzt, schreiben. Sollten zusätzlich Links in den Text eingebaut werden, sinkt die maximale Wortzahl erheblich!

Zu dem kommt, dass vielfach die Meinung vertreten wird, dass bei Google Plus und Facebook optimal maximal 40 bis 60 Worte verwendet werden sollte. Dies schränkt einen „Blogbeitrag“ in diesen Systemen weiter ein!

Einbindung von Medien

Das Einbinden von Medien ist nicht optimal möglich. Sie können Bilder hinzufügen oder Filme. Eventuell Podcasts. Jedoch können Sie nicht entscheiden, an welcher Stelle selbige in den Artikel eingebunden werden soll. Engebundene Medien stehen hier immer am Ende des Postings.

Auch wird es Ihnen nicht gelingen (oder Aufwand) Ihre Postings mit zwei Medien zu versehen. Es wird immer nur eines am Ende des Postings angezeigt.

Wiederauffindbarkeit

Der Blogposts in sozialen Netzwerken

Bloggen Sie über die Sozialen Netzwerke werden früher oder später ihre Blogposts in der Masse aller eigener Posts untergehen. Schließlich werden Sie nicht nur Artikel erstellen, sondern auch noch weitere Informationen erstellen.

Es wird so im Laufe der Zeit immer schwerer, die eigenen Blogartikel zu finden und sich auf diese in einem neuen zu beziehen.

Jedoch lebt ein lebendiger Blog auch hiervon. Nicht nur von Likes und Kommentaren.

Des Profils in Sozialen Netzwerken

Neben der Schwierigkeit hinsichtlich dem Wiederfinden von geschriebenen Blogposts gibt es auch eine hinsichtlich des eigenen Profils.

Bei einem eigenen Blog hinsichtlich der URL genießen Sie hohe Freiheitsgrade. Nicht nur den Aufbau der URL bestimmen Sie, sondern auch Ihre Domain. Nehmen wir ein Beispiel:

Was ist für Leser wohl einprägsamer und garantiert Wiederholungsbesuche?
http://die.gewerbehelfer.de
oder
https://plus.google.com/100437063667972346023/posts

Mit Hilfe einer Integration in Ihre Untetnehmensdomain Sie Ihren Blog als integralen Bestandteil Ihres Leistungsspektrums vermarkten, holen Leser immer wieder zu Ihrem Online-Angebot zurück und schaffen es so, Ihre Leistungen und Produkte an den Kunden zu bringen. Dies fällt beim Bloggen im Social Media Netzwerk vollkommen weg.

Verknüpfbarkeit

Wie schon oben angesprochen, ist es hinsichtlich Verlinkungen schlecht gestellt.

In den Netzwerken muss man immer eine URL angeben, will man auf eine andere Website oder einen anderen Artikel verweisen.

Lesbarkeit

Die Problematik hinsichtlich des Einbaus von Links in einen Post bei Social Media Netzwerken hat auch Einfluß auf die Lesbarkeit des Artikels. Hierzu ein kleines Beispiel:

Textbeispiel als Social Media Post Textbeispiel als Blogpost
Der Affenblog (http://www.affenblog.de/blogartikel-mindestens-1000-woerter/) geht zum Beispiel (auch wenn wir es empirisch versucht haben, zu widerlegen http://die.gewerbehelfer.de/wie-viele-woerter-muss-ein-erfolgreicher-blogartikel-haben/) von mindestens 1.000 Worte pro Blogartikel aus. Bei einer durchschnittlichen Buchstabenzahl von 11 (siehe Duden; http://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/durchschnittliche-laenge-eines-deutschen-wortes) in der deutschen Sprache kann man damit bei Facebook nur rund 400 Worte, bei Google unbeschränkt viele Worte schreiben. Sollten zusätzlich Links in den Text eingebaut werden, sinkt die maximale Wortzahl erheblich!Zu dem kommt, dass vielfach die Meinung vertreten wird, dass bei Google Plus und Facebook optimal maximal 40 bis 60 Worte (http://www.schwarzer.de/blog/die-optimale-laenge-facebook-post-twitter-tweet-google-headline-blog-post/)verwendet werden sollte. Dies schränkt einen „Blogbeitrag“ in diesen Systemen weiter ein! Der Affenblog geht zum Beispiel (auch wenn wir es empirisch versucht haben, zu widerlegen) von mindestens 1.000 Worte pro Blogartikel aus. Bei einer durchschnittlichen Buchstabenzahl von 11 (siehe Duden) in der deutschen Sprache kann man damit bei Facebook nur rund 400 Worte, bei Google unbeschränkz viele Worte schreiben. Sollten zusätzlich Links in den Text eingebaut werden, sinkt die maximale Wortzahl erheblich!Zu dem kommt, dass vielfach die Meinung vertreten wird, dass bei Google Plus und Facebook optimal maximal 40 bis 60 Worte verwendet werden sollte. Dies schränkt einen „Blogbeitrag“ in diesen Systemen weiter ein!

Die Lesbarkeit in einem Blogartikel ist definitiv besser, als die eines Netzwerkposts.

Platzierung in Suchmaschinen

Immer wieder wird gesagt, dass Postings in sozialen Netzwerken bessere Positionierungen erhalten, als andere Seiten, wie Blogartikel. Diese Aussage trifft nur bedingt zu. Und macht zu dem das Bloggen im Social Media schwierig.

Suchergebnis für den Blogartikel "Wie Sie legal Werbung per eMail machen" bei Bing (links) und Google (rechts). Jeweils die ertse Platzierung. Bing zeigt auf Platz 14 den Blogartikel an, Google auf Platz 3 einen Post bei Google+

Suchergebnis für den Blogartikel „Wie Sie legal Werbung per eMail machen“ bei Bing (links) und Google (rechts). Jeweils die ertse Platzierung. Bing zeigt auf Platz 14 den Blogartikel an, Google auf Platz 3 einen Post bei Google+. (Stand 18.8.15)

Gute Platzierungen bekommen Posts in Google+ (wen wundert’s?) bei Google Suche. Aber bei Bing oder anderen Suchmaschinen fallen diese durch und landen teilweise sonst wo. Dagegen arbeitet Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing mit Facebook zusammen, so dass dort entsprechende Beiträge höher platziert werden.

Aus dieser Situation heraus müssten Sie daher in beiden Netzwerken „bloggen“.

Die Folge ist jedoch Duplicated Content, also doppelter Content, was zur Abstrafung innerhalb der Suchalgorithmen führt. Damit degradieren Sie Ihre Postings bewusst, denn auch wenn Google & Co bestimmte Netzwerke präferieren, werden die anderen auch durchsucht.

Eine weitere Problematik stellt sich hinsichtlich des SEO, der Suchmaschinenoptimierung. Aufgrund schlechter Formatierungsmöglichkeiten bei Social Media Postings muss der Artikel besonders Suchmaschinen freundlich erstellt werden. Das bedeutet, dass bestimmt Schlagworte mehrfach im Text (ggf. In Variationen) eingebaut werden.
Dieses Onpage SEO kann die Lesbarkeit erheblich einschränken.

Ein Blogartikel lebt aber nicht nur davon, dass Suchmaschinen-Spider diese finden und der Artikel aufgrund Stichwörter (oder Phrasen) entsprechend hoch getankt werden, sondern auchbdavon, dass andere Seiten / Artikel auf diesen verweisen. Durch die teilweise schlechte Verlinkungsmöglichkeit der Posts ist ein Linkaufbau (Offpage SEO) schwer durchzuführen.

Daher ist es ratsam, seine Artikel auf einer eigenständigen Domain zu veröffentlichen. Denn hier können Sie ohne zusätzliche Erschwernis eine Suchmaschinenoptimierung der Artikel durchführen. Durch die Verknüpfung eines Posts über den Blogbeitrsg mit dem selben, erhalten Sie schon einmal den ersten wichtigen Link.

Nebenbei holen Sie sich den Crawler der Suchmaschine ohne großes Zutun auf Ihre Website. Denn Sie können davon Ausgehen, dass Bing Facebook nach URLs durchsucht und Google Suche entsprechend Google Plus abgrast. Leichter als in Sozialen Netzwerken können die Sich Systeme gar nicht neue und interessante Inhalte vorgeschlagen bekommen.

Rechtliche Problematik

Die deutsche (und teilweise europäische) Problematik mit dem Urheberrecht sollte an Ihnen nicht vorbeigegangen sein. Gerade in den Netzwerken ist dieses Problem nicht zu vernachlässigen.

In den meisten Social Media Angeboten geben Sie stillschweigend durch Veröffentlichung Ihr geistiges Eigentum an den Netzwerk-Betreiber ab. Sollte dieser dann Ihren Blogposts, die Bilder und Grafiken verwenden/verwerten, können Sie dies kaum verhindern oder gar eine Entschädigung verlangen.

Bloggen Sie dagegen auf einer eigenen Seite, gehört der Inhalt Ihnen. Sie können darüber verfügen und entscheiden was Dritte damit anstellen dürfen.

Abhängigkeit

Bloggen im Social Media macht Sie abhängig vom Anbieter. Sie liefern sich ihm aus. Das heißt: Sollte aus irgendwelchen heute noch nicht bekannten Gründen das Netzwerk-Angebot beendet werden oder geht der Betreiber Konkurs, werden die Posts gelöscht.

Mit einem eigenen Blog-/Content Managementsystem entscheiden Sie was mit den Artikeln passiert, ob sie den Blog schließen etc. Sie behalten auch hier die volle Hoheit!

Blog-Themen des Artikels: Social Media Kommunikation Schlagworte: , , , , , . Bookmarke den Permalink.
Kopieren Sie diesen Short-Link und verwenden Sie Ihn beim Posten und Teilen: http://ku-li.de/CI5KU  

Teilen Sie diesen Beitrag mit anderen ...


Kommentare / Anmerkungen

Artikel kommentieren