Moderne Führung

Ein Unternehmen, in dem nicht nur der Chef alleine tätig ist, sondern dieser durch Mitarbeiter unterstützt wird, benötigt eine Hierarchie. In Folge dieser gibt es in einem solchen Unternehmen Führungskräfte und „normale“ Mitarbeiter. Je größer das Unternehmen ist – also je mehr Mitarbeiter in einem Unternehmen tätig sind, desto mehr Führungskräfte werden benötigt.

Führungskräften kommt hierbei eine besondere Aufgabe zu.

Führung ist – nach dem Gabler Wirtschaftslexikon — eine „durch Interaktion vermittelte Ausrichtung des Handelns von Individuen und Gruppen auf die Verwirklichung vorgegebener Ziele“.

Das heißt: Wer führt, muss den geführten durch Vorgaben, Anweisungen etc (Interaktionen) die Richtung des Handelns vorgeben, darlegen, aufzeigen, erklären, damit das gewünschte Ergebnis für das Unternehmen erreicht werden kann. Führung lebt daher von der Kommunikation und der Zusammenarbeit der einzelnen Individuen!

Egal, ob Sie als Eigentümer des Unternehmens die einzige Führungskraft sind oder es aufgrund der Größe Ihres Unternehmens einige Abteilungs-, Gruppen- etc . -leiter gibt, zwischen den Führungskräften und den (geführten) Mitarbeitern muss es eine gegenseitige Interaktion geben. Sind alle im Führungsprozess richtig eingebunden, wird Ihr Unternehmen erfolgreich im Wirtschaftsleben bestehen.

Ein wichtiger Bestandteil der Interaktion ist die Kommunikation zwischen den einzelnen Führungskräften, wie auch zwischen den Führungskräften und den ihnen zugewiesenen Mitarbeitern. Ohne eine ausreichende Kommunikation kann das Ziel nicht an die Mitglieder des Unternehmens erfolgreich vermittelt werden. Auch kann umgekehrt bei Fehlentwicklungen nicht steuernd  eingegriffen werden.

Ist die Informationsweitergabe aus irgendeinem Grund gehemmt, werden Sie das gesteckte Ziel nicht oder nur schwer erreichen. Die Ursachen eines Kommunikationshemnisses sind vielfältig, einige seien hier genannt:

– In bestimmten Hierarchieebenen wird mit Wissen gepokert, weil man (berechtigt) meint dass nicht alle alles wissen müssen. Hierbei wird aber übersehen, dass bestimmte Informationen für die Arbeit doch wichtig sind.

– Personen geben Fehler / Fehlentwicklungen nicht weiter, aus der Befürchtung heraus, dass sie als Sündenbock herhalten.

– Die Informationen werden von jedem Individuum aus persönlichem Kontext heraus aufgenommen, verarbeitet und bewertet. Je nach individueller Bewertung werden Informationen vollständig, bruchstückhaft oder gar nicht kommuniziert. Im schlechtesten Fall sogar verfälscht kommuniziert.

Aufgabe einer jeden Führungskraft ist aus den ihr zugeordneten Kollegen ein Team zu formen. Eine Mannschaft. Hierbei muss die Führungskraft wertfrei und ehrlich gegenüber ihrem Team die für die erfolgreiche Bearbeitung der Teamaufgabe nötigen Informationen kommunizieren und Rückinformationen zunächst wertfrei aufnehmen.

Eine moderne Führungskraft ist hier nicht der „König“. Sie ruht sich nicht auf den Lorbeeren der Mitarbeiter aus oder trampelt bei Fehlentwicklungen nicht auf seinen Mitarbeitern despotisch rum. Sie ist ein Teil des Teams. Eine Person, die an den gleichen Aufgaben wie das Team arbeitet, zusätzlich jedoch zum Einen das Team lenkt, zum Anderen Verantwortung trägt. Meist ist diese Person von der Geschäftsleitung auch mit gewissen Kompetenzen ausgestattet.

Eine moderne Führungskraft sucht bei Fehlentwicklungen nicht in erster Linie eine schuldige Person, sondern die Ursache für die Fehlentwicklung. Sie analysiert und behebt zusammen mit dem Team die Ursache. Eine militärische Befehlskette ist ihr fremd.

Jedoch nicht immer ist die Person, die als Führungskraft eingesetzt worden ist, wirklich eine Führungskraft. Viele Führungskräfte werden zu solchen aufgrund Ausbildung oder Dauer der Betriebszugehörigkeit. Nicht selten übernehmen andere Mitarbeiter Führungsaufgaben, z.B. da sie fachliche oder soziale Kompetenzen haben oder gar mehr Entscheidungsfreudigkeit genießen, die der offiziellen Führungskraft einfach fehlen. Diese „inoffiziellen“ Führungskräfte werden nicht selten bekämpft, schließlich zeigen sie die Hinlänglichkeiten der offiziellen Führungskraft auf, anstatt sie als unterstützende Kräfte zu verstehen und zu nutzen und zu fördern.

Gegebenenfalls sollte man die ungeeigneten Führungskräfte durch die inoffizielen Führungskräfte ersetzen.

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Über Andreas Behling

Dipl.-Kfm. Andreas Behling studierte in Berlin an der Freien Universität Berlin Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing und Produktionswirtschaft. Schon in den 1990er Jahren beschäftigte er sich mit dem Internet, erstellte Websites und sammelte Erfahrungen in Bereich der Online-Werbung. Nach dem Studium war er mit dem Online-Marketingcontrolling eines großen Versandhauses, später mit dem Risikomanagement (interne Revision, Controlling) des stationären Handels und einem mittelständischen deutschlandweit tätigen Handwerksbetrieb betraut. Zu dem hat er Erfahrungen im Fuhrparkmanagement, im Direktvertrieb sowie dem Personalmanagement gesammelt.Vernetzen Sie sich mit Andreas Behling über LinkedIn

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