Warum ich mich privat entfacebooke und enttwittere

Ein überraschender Post, wenn man bedenkt, was hier eigentlich für ein Thema behandelt wird. Auch könnte es für einige eigentlich ein Kriterium sein, warum man den Autor nicht ganz ernst nimmt, wenn er über Facebook oder Twitter spricht. Aber darüber brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Denn gänzlich kann man sich von den Netzwerken aus verschiedenen Gründen nicht verabschieden. Daher schlage ich vor, hier weiterzulesen, um die Beweggründe zu erkennen und zu verstehen.

Die vorgefundene Realität

Wer schon alleine privat und auch beruflich im Netz unterwegs ist und zu dem die Pflege mehrere Fanpages, Profile etc. übernommen hat kennt das Problem. Man sitzt zum einen nur noch vor dem Rechner, zum anderen ist man über die diversen privaten Profile und Pages oftmals mit den gleichen Leuten verlinkt und bekommt die gleiche Information etwas anders aufbereitet und dargestellt.

Was also machen, wenn man zwar im Netz präsent bleiben will und muss, sich aber zeitlich nicht auf drei oder mehr eigene private Profile konzentrieren kann? Schließlich geht die Arbeit vor! Man muss Prioritäten setzen! Und das habe ich getan. Ich habe mir Gedanken gemacht, was ich selbst will und wie ich das Ganze mit minimalem Kollateralschaden über die Bühne bringe. Welches Netzwerk mir mehr Nutzen bringen wird, um das Ergebnis meiner Überlegungen umzusetzen.

Facebook

Facebook hat den riesigen Vorteil, dass viele echte Freunde und bekannt sowie Familienangehörige (das sind ohnehin nur die, mit denen ich „befreundet“ bin im Facebook-Jargon) auch dort sind. Zu dem findet hier eher die einfache Kommunikation statt. Im Vordergrund privater Kommunikation liegt hier definitiv der Spaß – auch wenn ich selten welchen empfand. Ein Lossagen von diesem Netzwerk ist daher mit hohem „Schaden“ verbunden. Gleichzeitig aber findet hier nur sehr eingeschränkt – wenn man die Kommunikation in die Breite betrachtet – statt, so dass die Folgen aus dieser Sicht gering sind.

Was ich zu dem als gravierenden Nachteil empfinde sind die ungewollten Beitritt in irgendwelche Gruppen, die durch die Freunde initiiert werden, sowie die ständigen nervigen Spieleeinladungen. Von der immer penetranter werdenden Werbung mal ganz abgesehen, die ich Dank Adblocker ja nicht mitbekomme.

Andererseits kann man sich von Facebook – da man ja als Seitenadmin von Fanpages tätig ist – nicht hundertprozentig lossagen. Man kann nur die Kommunikation auf dem Profil zurückfahren

Twitter

Twitter ist immer noch ein Massenmedium. Eine persönliche Kommunikation zu einzelnen Gruppen ist nicht möglich. Eine Kommunikation zu einzelnen Teilnehmern dagegen schon, wenn auch meines Erachtens nicht gut gelöst. Da man private Bekannte als Gruppe nicht ansprechen kann, findet hier eine private Kommunikation nicht statt.

Wenn man sich also von Twitter lossagt, verliert man eventuell viele Follower und potentielle Mitleser (einzelner Posts oder weil man bei denen gelistet ist).

Google+

Google+ ist Symbiose von Facebook und Twitter

Google+ ist Symbiose von Facebook und Twitter

Google ist eine Symbiose aus den beiden älteren Netzwerken. Zum Einen kann man hier viel mehr schreiben als bei Twitter. Zum anderen hat man jedoch durch das Einkreisen (bei Twitter wäre es das Folgen) die breite Reichweite. Gleichzeitig hat man auch noch die Möglichkeit entweder Gruppen anzulegen, in die man z.B. nur seine Freunde lässt oder die eigenen Kreise direkt in Summe (oder jeden einzeln) anzusprechen. Bei dieser privaten Ansprache ist zu dem sichergestellt, dass kein Fremder meine Posts lesen könnte.

Ein weiterer Vorteil: Wenn man einen Post abgesetzt hat, dann ist es einem möglich, diesen im Nachhinein zu ändern. Denn wie oft kommt es vor, dass man Rechtschreibfehler, vor allem Buchstabendreher, einbaut. Niemand ist perfekt. Nicht einmal der beste Deutschlehrer.

Wie also entscheiden?

Die Entscheidung fiel eigentlich nicht schwer.

Bei Twitter bin ich vielen gefolgt oder habe sie in Listen gehabt, die ich auch bei Google+ schon in meinen kreisen hatte – oder finden konnte. Damit ist die (potentielle) Schnittmenge beider Netzwerke sehr groß gewesen. Was ein Verzicht auf Twitter unterstützte. Auch der Vergleich der Anzahl meiner Follower in diesen beiden Netzwerken unterstrich, dass ein Konzentrieren auf Google+ sinnvoller ist. Denn dort bin ich in mehr Kreisen mit relativ wenig Aktivität als ich Twitter-Follower mit viel Aktivität gewonnen habe. Aufgrund der oben genannten Einschränkungen war also schnell klar, dass ich auf Twitter gut verzichten kann. – Natürlich muss zunächst die Follower-Gemeinde informiert werden, dass ich zukünftig nicht mehr über Twitter erreichbar bin.

Facebook ist seit langem schon ein ungeliebtes Kind bei mir. Durch die viele Spieleanfragen habe ich privat das Netzwerk schnell überbekommen. Unter den Freunden (in meinem Fall ja echt mir bekannte Personen) befinden sich viele Leichen. Also Profile, die kaum bedient werden. Von den anderen Profilen bekommt man Dank der Vorgehensweise von Facebook nicht viel mit. So dass man eigentlich gar nicht informiert ist, was bei anderen los ist. Oder anders gesagt: Man hat über die Freunde nicht viel mehr Information, als wenn man sich gelegentlich mit ihnen trifft oder mal telefoniert. Und dabei habe ich bei Facebook knapp 80 Personen in das Netzwerk aufgenommen. Einige der Freunde (etwa 15 bis 20%) sind zu dem auch bei Google+ mehr oder weniger strak aktiv.

Dagen ist das Google+-Profil mit den „Über den Autor“ meiner Blogbeiträge verküpft. Hat das G+-Profil auch mehr Einfluss auf die Google-Suche. Ist die gesamte Diskussion eher etwas hochwertiger und nicht so Smalltalk-like wie bei Facebook.

Weil also bei dem einen System die Schnittmenge hinsichtlich denen den ich folge relativ groß ist, im anderen System Informationen von Freunden nicht oder nur sehr spärlich mitzubekommen sind und diese zum Teil auch in Google+ sind, ist es ziemlich klar, welches Social Network für mich im Vordergrund stehen muss. Daher enttwittere ich mich. Daher entfacebooke ich mich. Wobei bei letzterem System ein gänzliches Austreten ja nicht möglich ist.

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