Wie viele Wörter muss ein erfolgreicher Blogartikel haben?

Momentan läuft eine Diskussion zwischen ein paar Bloggern, was die „optimale“ Länge von Blogartikel sei, damit diese wie auch der entsprechende Blog erfolgreich sei. Angestoßen wurde die Diskussion durch Daniela Sprung (bloggerabc). Sie äußerte in Ihrem Artikel „Vom Mythos der 1.000 Wörter für gute Blogs“ die Meinung, dass man diese Wortanzahl für gute und erfolgreiche Blogsposts nicht unbedingt benötige. Hierbei bezieht sie eine andere Position zu der Meinung von Vladislav Melnik. Er wiederholt in seinem affenblog immer wieder, dass gerade 1.000 Wörter in Blogartikel für einen Erfolg zwingend seien. Auf die Herausforderung von Daniela Sprung reagierte Vladislav Melnik mit seinem Artikel „Warum du Blogartikel mit mindestens 1.000 Wörtern schreiben musst„.

Diese angefangene Diskussion hat mich veranlasst, einige Gedanken über das Bloggen zu machen.

Was ist Erfolg?

Im affenblog wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Blogs nur dann erfolgreich sein können oder sein würden, wenn die Artikel mindestens 1.000 Worte enthalten würden. Aber was ist erfolgreich? Dies wird – meines Erachtens – nicht genau definiert. Ist Erfolg, über den Blog möglichst viel Umsatz zu generieren? Oder möglichst viele Leser zu gewinnen? Vielleicht auch eine große Anzahl von Newsletter-Lesern oder Feed-Abonnementen? Oder Likes? Oder was auch immer.

Erfolg kann man unterschiedlich definieren.

Auf der Basis der Frage, welche Artikel erfolgreicher sind, die mit weniger als 1.000 Wörtern oder mit mindestens 1.000, habe ich mir mal die Artikel von „Die Gewerbehelfer“ angesehen. Und versucht, mit Hilfe statistische Daten die Aussagen zu verifizieren. Klar, aus Sicht des affenblogs, von bloggerabc, ist dieser Blog hier sicherlich nicht erfolgreich. Denn der Blog ist (derzeit noch) im Internet verdammt unbedeutend.

Welche der eigenen Artikel sind erfolgreich?

Bevor ich auf Daten basiert versuche, nachzuvollziehen, welche Aussage jetzt eigentlich stimmen könnte, eines Vorab: Der meines Erachtens erfolgreichste Artikel ist ein Artikel ein eigentlich aus Verlegenheit erstellter Artikel über das Erstellen von Umfragen bei Facebook. Eigentlich ein Thema, das hier nicht ganz passend ist.

Da die Aussage „Erfolg“ nicht ganz klar ist, habe ich mich auf verschiedene mögliche Erfolgsmerkmale konzentriert. Hierbei jedoch den Punkt Monetarisierung außen vorgelassen, da die Seite „die Gewerbehelfer“ derzeit noch keine Kauf-Angebote aufweist.

Ansichten pro Tag

Ich habe mich entschieden, die Seitenansichten zu nehmen, nicht die Besucher je Seite. Die Ergebnisse sind ähnlich, wenn auch nicht gleich.

Seitenansichten pro Tag

Seitenansichten pro Tag

 

Deutlich zu erkennen ist, dass die Seitenansichten pro Tag nicht wie eigentlich aus den Aussagen von Vladislav Melnik zu erwarten mit steigender Wortanzahl steigt. Eher liegen die meist angesehenen Seiten eher unter 600 Wörtern.

Der Versuch eine (lineare) Korrelation hineinzubringen, führt lediglich zu der Erkenntnis, dass bei die Gewerbehelfer eher mit steigender Wortanzahl, die Seitenansichten geringer werden. Eigentlich ein Widerspruch zu der Aussage zum affenblog.

Likes pro Tag

Als zweiten Ansatz, Erfolg zu bestimmen und diesen in Zusammenhang mit der Anzahl der Wörter zu bringen, habe ich mich für der Likes / +1 etc. entschieden. Hierbei ist das Teilen bei Facebook, Google Plus, Twitter, LinkedIn und Xing zusammengefasst.

likes-pro-tag

Likes pro Tag

 

Auch hier ist keine Bestätigung des affenblogs zu erkennen. Wobei ich hier eine Vermutung machen will: Wenn es mehr Posts über 1000 Wörter gäbe, könnte es sein, dass die Posts auch mehr in den Sozialen Netzwerken geteilt werden. Denn hier zeigt die lineare Korrelation leicht aufsteigend.

Likes pro Ansicht

Als drittes Beispiel habe ich mir Likes pro Seitenansicht angesehen. Auch hier ist die Aussage des Affenblogs, erfolgreiche Artikel sollten mehr als 1.000 Worte haben, nicht nachvollziehbar.

Likes pro Seitenansicht

Likes pro Seitenansicht

Was macht den Erfolg eines Artikels aus?

Ich stimme dem affenblog zu, dass man mit wenigen Worten schlecht ein Thema ausreichend erschöpfend behandeln kann. Es ist schwer – wenn auch meines Erachtens nicht unmöglich – ein Thema in Twitters 180 Zeichen abzuarbeiten. Leichter fällt es dagegen bei Facebook, wo man um die 1000 Zeichen zur Verfügung hat. Aber ist daher ein Post bei Facebook erfolgreicher als die Tweet bei Twitter? – Nicht unbedingt!

Analog dazu gilt auch, dass ein Blog bzw. seine Artikel mit mehr als 1000 Wörtern nicht unbedingt erfolgreicher sein muss, als ein Blog mit weniger. Es gibt sogar einige Blogs, die mit fast keinen Wörtern auskommen und erfolgreich sind.

Der Erfolg liegt meines Erachtens nicht im krampfhaften Schreiben einer Mindestwortanzahl. Wichtig ist, dass man

  1. mit dem Artikelthema ein Problem der Kunden trifft und
  2. so schreibt, dass der Kunde das versteht, was man sagt

Mehr nicht! (Naja, eigentlich falsch, denn etwas Marketing und ein guter Titel schaden auch nicht) Und wenn man es schafft, den Kunden mit nur 250 Wörtern zur Problemlösung zu führen und zu fesseln, dann reichen 250 Wörter. Wenn man mehr braucht, dann braucht man halt mehr. Und da muss ich mich bloggerabc anschließen.

Wichtig ist hierbei auch, dass man sich nicht ständig im Artikel wiederholt. Und hier liegt leider die Gefahr beim Festkrallen an der 1000-Wort-Grenze.

Wonach richten wir uns?

Wie (und hier kommt eine Wiederholung!) schon gesagt, der Blog von die GewerbeHelfer ist (noch) nicht so etabliert, dass man einen Bekanntheitsgrad wie der affenblog, oder bloggerabc aufweisen kann. Sowohl Daniela Sprung wie auch Vladislav Melnik haben ihren Weg zum Erfolg gefunden. Der eine halt mit längeren Artikeln, der andere mit kürzeren.

Wie man anhand der dargestellten Daten gut sieht, liegen wir hier zwischen 400 und 800 Wörter. Meines Erachtens vollkommen ausreichend, um ein Thema zu behandeln.

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