Warum Sie auf Weihnachtspräsente verzichten sollten

Alle Jahre wieder werden in den Unternehmen tausende Euros ausgegeben, um „Geschäftsbeziehungen zu pflegen“ und einzelnen Personen eine Aufmerksamkeit zum Jahresende zu kommen zu lassen. An sich vollkommen verständlich, jedoch gibt es einige Gründe, warum Sie auf Weihnachtspräsente verzichten sollten.

Wem sollte man Präsente zu kommen lassen?

Es gibt eigentlich nur 2 Gründe, warum man Präsente vergibt. Der eine ist, dass man sich bedanken möchte. Also Danksagung an die Kunden für Ihre Treue und den Umsatz. Oder an Lieferanten für die Zusammenarbeit, Unterstützung etc. Je nach dem, was man für einen Betrieb hat. Der andere liegt im zukünftigen Geschäft: Mit Präsenten den Kunden dazu bringen, bei zukünftigen Beschaffungen an den Schenker zu denken und die bei diesen die Beschaffung zu tätigen.

Egal welche in welcher Branche Sie sich befinden, von den zwei Gründen ist lediglich ein einziger der wahre Grund: Den Beschenkten dazu bringen, das nächste Mal wieder bei einem einzukaufen. Nur im seltesten Fall handelt es sich wirklich um einen Dank für die Zusammenarbeit oder Treue.

Danksagung an den Falschen

Sie bedanken sich bei den Kunden für die Treue? Sie bedanken sich bei den Lieferanten für die Zusammenarbeit? Das ist gut!
Aber danken Sie auch Ihren Mitarbeitern?

Nicht wenige Unternehmen geben Unsummen für Präsente an externe aus, haben aber kein Geld, um den eigenen Leuten Weihnachtsgeld, Gutscheine oder andere Aufmerksamkeiten zu kommen zu lassen. Dabei sind das die Menschen, bei denen man sich als Unternehmer als erstes bedanken sollte. Schließlich tragen die eigenen Leute zum Erfolg des Unternehmens mindestens genauso viel bei, wie die von Ihnen beschenkten externen.

Diese Großzügigkeit einen gegenüber und gleichzeitige Vernachlässigung der anderen führt in der Regel zu Unmut. Auch wenn dieser nicht lange anhält, aber gerade im Jahresendgeschäft kann dieser durch seine demoralisierende Wirkung zu negative Auswirkungen haben.

Weihnachtspräsente verfehlen das Ziel

Da gerade zu Weihnachten Tausende Präsente von den Firmen verteilt werden, verfehlen sie nicht selten Ihr Ziel.

Wer glaubt, dass seine Weinachtsgeschenke in der Masse der eingehenden Präsente hervorsticht und bei zukünftigen Entscheidungen positiv, auch wenn nur im Unterbewusstsein, auswirkt, der täuscht sich. Es wird sich kein Empfänger daran erinnern, dass Sie die Flasche edlen Bordeaus gesandt haben, nicht der Mitbewerber. Es werden schließlich nicht nur Massen versendet, sondern es gehen auch Massen ein.

Präsente sind letztendlich Bestechung

Ja, wenn Sie mit den Präsenten zum zukünftigen Kauf anregen wollen, versuchen Sie mit diesen sich in ein besseres Licht bei den Entscheidern zu rücken. Nach dem Motto: Wer mir was „schenkt“ der wird bei der nächste Beschaffungsentscheidung berücksichtigt. Nach dieser Einstellung müssen di Weihnachtspräsente hochwertig sein. Es reicht nicht, Kalender Notizblöcke etc. zu verteilen, es müssen gute Weine, Reisen etc. sein. Also muss es etwas sein, dass den Mitbewerber aussticht.

Aus diesem Grund gibt es bei nicht wenigen Unternehmen in der Betriebsverfassung die Festlegung, dass Geschenke nicht oder nur bis zu einer bestimmten Werthöhe angenommen werden dürfen. Mitarbeiter, die dieser Festlegung zu widerhandeln, laufen teilweise Gefahr, arbeitsrechtlich belangt zu werden. Die Präsente wandern dann in Spenden an Bedürftige oder werden bei den Weihnachtsfeiern unter der Belegschaft verteilt, so dass sie den Beschenkten gar nicht erreichen.

Der bessere Weg

Der bessere Weg ist unseres Erachtens, auf Präsente zu Weihnachten zu verzichten. Wollen Sie jemanden – der nicht zum Unternehmen gehört – etwas Gutes tun, dann machen Sie das so, dass Sie darüber reden können. Nehmen Sie das Geld, welches Sie für Präsente ausgeben würden und spenden Sie diese einem wohltätigen Verein. Erzählen Sie davon in Pressemitteilungen und den Sozialen Medien; präsentieren Sie sich als ein Unternehmen mit sozialer oder ökologischer Verantwortung. Machen sie bei den Spendenaktionen der Medien mit und lassen sie diese für Sie kostenlos Werbung machen (z.B. im Fernsehen mindestens im Laufband am unteren Rand: „ABC GmbH xxxx €“).

Und denken Sie auch daran, dass diese Spenden zu Steuererleichterungen führen und Sie nur den Beleg einreichen müssen. Während sie bei den Präsentversendungen dem Finanzamt genau angeben müssen, wer in welcher Firma was in welchem Wert bekommen hat sowie im Zweifel belegen müssen, dass es sich nicht um die eigene Familie oder Familienangehörige handelt, die Sie auf Firmenkosten beglücken.

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